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Ölpest: US-Regierung verklagt BP auf Schadenersatz

Ölpest: US-Regierung verklagt BP auf Schadenersatz
Die US-Regierung verklagt den BP-Konzern und vier weitere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko auf Schadenersatz in unbekannter Höhe.

Knapp acht Monate nach der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA will die US-Regierung nun den britischen Energiekonzern BP und vier weitere Unternehmen für die großen wirtschaftlichen und ökologischen Schäden der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko vor Gericht zur Verantwortung ziehen. In der am Mittwoch veröffentlichten Klageschrift wirft Barack Obamas Regierung BP, Transocean, Anadarko Petroleum, der Mitsui-Sparte MOEX sowie dem Versicherer Lloyds of London Verstöße gegen US-Umweltgesetze vor und fordert Schadenersatz. Die Höhe der Forderung wurde nicht bekanntgegeben. Allerdings könnte sie nach Expertenmeinungen auf bis zu 21 Milliarden Dollar belaufen, da die Strafe für die Umweltverschmutzung den US-Bestimmungen zufolge bei grober Fahrlässigkeit der Unternehmen bis zu 4.100 Dollar pro ausgeflossenen Liter Öl betragen kann. Nachdem Washington erstmals juristisch gegen die an der im Golf von Mexiko gesunkenen Deepwater Horizon beteiligten Unternehmen vorgeht, könnte das eine weitere Klagewelle auslösen.

Den Angaben des Justizministeriums zufolge handele es sich um eine Zivilklage, in der die Unternehmen für alle vor der Küste Louisianas wirtschaftlich und ökologisch entstandenen Kosten – auch für die Aufräumarbeiten – der Ölkatastrophe haftbar gemacht werden sollen. Zudem heißt es in der Klageschrift, dass das ganze Ausmaß erst in Jahren erkennbar sein werde. Dem US-Justizministerium zufolge könnten noch weitere Firmen verklagt werden. Beobachter erwarten einen sehr langen Rechtsstreit. Auslöser der Ölkatastrophe war die Explosion und der Untergang der Bohrplattform Deepwater Horizon am 20. April vor der Küste des Staates Louisiana, bei dem elf Menschen starben und 87 Tage lang insgesamt etwa fünf Millionen Barrel Öl ins Meer flossen. (sk)