Rote Liste mit gefährdeten Nutztierrassen veröffentlicht
Nach 2008 hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) nun zum zweiten Mal eine Rote Liste veröffentlicht, auf der allen gefährdeten heimischen Nutztierrassen vertreten sind. Die erschreckende Bestands- entwicklung signalisiert laut der BLE den Ernst der Lage und verdeutlicht Handlungsbedarf: Dem Bericht zufolge sind schon mehr als 80 Prozent aller einheimischen Nutztierrassen und deren Lebensräume akut gefährdet.
Der Neuauflage der Roten Liste zufolge hat der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen in Deutschland von nunmehr 65 einheimischen Rassen, die dem Tierzuchtrecht unterliegen, 54 in Gefährdungskategorien eingestuft. Zwar gibt es in der Roten Liste zur Freude der Bestandsschützer keine „extrem gefährdeten“ Geflügelrassen der Gefährdungskategorie I mehr, jedoch gelten bei den Nutzgeflügelarten Huhn, Gans, Ente oder Pute nach wie vor 28 Rassen immer noch als gefährdet.
Die Rote Liste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die neben einem Überblick über die anhaltende Gefährdungssituation der Nutztierrassen in Deutschland gibt, weist darüber hinaus dem im Jahre 2003 durch die Agrarminister von Bund und Ländern verabschiedeten Nationalen Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen, dessen Umsetzung in der BLE vom Infor- mations- und Koordinationszentrum Biologische Vielfalt (IBV) sowohl fachlich als auch organisatorisch betreut wird, den weiteren Weg.
Zudem enthält die Rote Liste neben Informationen zur organisierten Tierzucht, Vereinbarungen und Gesetzesvorgaben zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Rassen erstmals Steckbriefe zu einheimischen Rassen von Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Ziege sowie Nutzgeflügelrassen. Außerdem wurde sie um die Tierart Kaninchen ergänzt. (sk)





