Studie: Umweltbewusstsein der Deutschen nimmt zu
Das Bundesumweltministerium führt alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt die Studie “Umwelt- bewusstsein in Deutschland” durch. Jetzt liegen die aktuellsten Ergebnisse vor, die auf den im Frühjahr 2009 erhobenen Daten von 2008 befragten Personen basieren. Demnach gewinnt der Umweltschutz weiter an Bedeutung: Für 20% der Befragten stehen Umwelt- und Klimaschutz an erster oder zweiter Stelle der Herausforderungen, die die Politik zu bewältigen hat. 61% der Befragten plädieren dabei für eine Vorreiterrolle Deutschlands in der internationalen Klimaschutzpolitik und 85% sind der Meinung, dass ein konsequenter Umstieg auf erneuerbare Energien nötig ist - ebenso wie eine Erhöhung der Energieeffizienz.
Das Thema Umweltschutz ist offenbar für viele kein zweitrangiges Thema, denn 30-44% der Befragten gaben an, dass sie Kompromisse zwischen ökologischen Maßnahmen und anderen politischen Aufgaben wie z.B. Schaffung von Arbeitsplätzen, Sicherung des Wohlstandes und der Wettbewerbsfähigkeit, Erhöhung der sozialen Gerechtigkeit, befür- worten. Nur 17-24% glauben, dass zuerst andere Probleme gelöst werden müssen, bevor man sich dem Umwelt- und Klimaschutz widmen könne. Norbert Röttgen sieht darin die zunehmende Integration des Umweltschutzes in alle gesellschaftlichen Bereiche.
Auffällig ist, dass die Mehrheit der Befragten (82%) ein hohes Umweltbewusstsein und umweltfreundliches Verhalten nicht mehr mit Verzicht, sondern mit einer besseren Lebensqualität assoziiert. Passend dazu ist auch der Optimismus gestiegen, mit dem die Herausforderungen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz beurteilt werden. Glaubten 2006 noch 39%, dass Deutschland diese Herausforderungen meistert, sind es heute 56%. Allerdings sind hierfür konkrete Umweltschutzmaßnahmen nötig, ansonsten würde sich die Umweltsituation drastisch verschlechtern, glauben über drei Viertel der Befragten.
88% sind der Meinung, dass jeder Bürger durch umweltbewusstes Verhalten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, aber offenbar hapert es noch bei konkreten Verhaltensweisen. Zwar fordern 84% der Befragten die Entwicklung umweltfreundlicherer Autos, aber nur 58% halten das eigene Fahrverhalten für veränderungswürdig und nur 8% nutzen Ökostrom. Dennoch erfreulich: Der Anteil der Menschen, die sich im Umwelt- und Naturschutz engagieren, hat sich von 4% (2008) auf 9% mehr als verdoppelt. (mh)





