91.000 Unterschriften gegen Tiefsee-Ölbohrungen

Am Freitag haben Greenpeace- Aktivisten vor der Deutschlandzentrale des britischen Ölkonzerns BP in Bochum exakt 91.429 Unterschriften für ein Ende der Ölbohrungen in der Tiefsee ausgelegt - verpackt in weihnachtlich verzierten Geschenkpäckchen. Die Unterschriften sind das Ergebnis einer fünf Monate andauernden Infoaktion gegen Tiefseebohrungen in zahlreichen deutschen Städten und im Internet.
Greenpeace-Sprecher Jürgen Knirsch erklärte, dass das aus dem Bohrleck der am 20. April 2010 gesunkenen Ölplattform “Deepwater Horizon” ausgetretene “noch jahrelang die Umwelt im Golf von Mexiko und die Küsten verschmutzen” wird. Knirsch wirft dem britischen Ölkonzern vor, aus dieser Katastrophe, die als die schlimmste Ölkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten gilt, nichts gelernt zu haben: “Statt Konsequenzen aus dem Unfall zu ziehen und die Tiefsee-Förderung auf Eis zu legen, treibt der Konzern neue, ähnlich riskante Projekte weiter voran”, so Knirsch empört.
Laut Greenpeace plant und realisiert BP aktuell rund 50 Tiefsee-Projekte rund um den Globus in einer Tiefe von mehr als 200 Metern. Greenpeace fordert ein weltweit gültiges Verbot von Tiefseeborhungen und eine Überprüfung aller Anlagen durch eine unabhängige Stelle. Für die entstandene Schäden müssen die Ölkonzerne selbst aufkommen, außerdem soll ein Ölschadensfonds eingerichtet werden, der von der Ölindustrie finanziert, aber von unabhängiger Seite verwaltet wird, fordert die Umweltschutzorganisation.
Auslöser der Ölkatastrophe war die Explosion und der Untergang der Bohrplattform Deepwater Horizon am 20. April vor der Küste des Staates Louisiana, bei der elf Menschen starben und 87 Tage lang insgesamt etwa fünf Millionen Barrel Öl ins Meer flossen. (mh)




