EU senkt CO2-Grenzwerte für Kleinlaster

Die EU-Umweltminister, darunter auch Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, haben sich heute in Brüssel getroffen, um über die Reduzierung klimaschädlicher CO2-Emissionen von Kleinlastern, Transportern und Minibussen zu beraten. Sie stimmten der mit dem Europäischen Parlament ausgehandelten Grenzwerte zu.
Demnach soll der CO2-Ausstoß der Kleinlaster bis 3,5 Tonnen bis zum Jahr 2020 auf 147 Gramm je Kilometer gesenkt werden. Die Reduzierung soll schrittweise erfolgen und 2014 beginnen. Bis 2017 sollen die CO2-Emissionen dieser Fahrzeuge auf 175 Gramm gesenkt werden. Aktuell liegt die Grenze bei 200 Gramm pro Kilometer. Missachtet ein Hersteller diese Auflage, muss er Strafe zahlen. Bisher gibt es in der EU nur Grenzwerte für PKW, für große LKW über 3,5 Tonnen sind bislang noch keine CO2-Grenzwerte geplant.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen bewertet die Entscheidung als “sehr guten Kompromiss, der lange umstritten war” und würdigte die Entscheidung als richtigen Ausgleich zwischen Klimaschutz und Erhalt von Arbeitsplätzen. Die EU-Kommission hatte ursprünglich eine Senkung auf 135 Gramm CO2 pro Kilometer vorgeschlagen, das Bundeswirtschafts- ministerium plädierte jedoch für 155 Gramm CO2. Auch Frankreich und Italien unterstützten Deutschlands Vorschlag für weniger strenge Vorgaben um die Industrie zu schützen. Durch die neuen Regelungen würde nämlich beispielsweise ein Mercedes-Sprinter oder ein VW- Transporter bis zu 3000 Euro mehr kosten - für kleine und mittlere Unternehmen eine enorme zusätzliche finanzielle Belastung.
Kritik übte dagegen der Umweltverkehrsverband T&E. Er wirft der Autoindustrie vor, die Politik aus eigennützigem Interesse heraus zu stark unter Druck gesetzt zu haben und weist auf den Streit um die europäischen CO2-Grenzwerte für PKW von vor zwei Jahren hin. Auch damals sorgten die Autohersteller für weniger strenge Grenzwerte. Ab 2012 soll der CO2-Ausstoß von PKW auf 130 Gramm / km sinken. (mh)





