RWE-Chef fordert Deckelung der Solarstrom-Förderung
Fritz Vahrenholt, Chef der RWE-Tochter Innogy hat das derzeitige Fördersystem für sauberen Solarstrom als “unsoziales Umverteilungs-System” kritisiert und fordert, die staatliche Solarstrom- Förderung zu deckeln. In einem Interview mit dem “Focus” erklärte Vahrenholt, dass er es sich gut vorstellen könne, dass der jährliche Zubau von Solarstromanlagen pauschal auf 2000 Megawatt begrenzt werden wird. Jede Anlage, die darüber hinaus errichtet wird und Solarstrom erzeugt, würde dann nicht mehr von der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung profitieren. Aktuell liegt diese bei 33 Cent pro kWh, das sind etwa 6 Cent mehr als der Strompreis an der Börse beträgt.
Laut Focus haben diese Subventionen dazu geführt, dass die installierte Photovoltaik-Leistung von Januar bis September 2010 um 55% gestiegen ist und nun über 15.000 Megawatt beträgt. Für Vahrenholt führt dies zu einem unsozialen Umverteilungs-System, denn so müsste jeder Stromkunde, selbst Geringverdiener, für die Photovoltaik zahlen, während die “meist gut situierten Betreiber” das Geschäft damit machen.
Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) geht angesichts der sinkenden Solarförderung derweil sowieso von einem sinkenden Ausbau der Photovoltaik-Anlagen im kommenden Jahr aus. BCG-Energieexperte Holger Rubel erklärt im “Handelsblatt”, dass er für 2011 von einer Verkleinerung des deutschen PV-Marktes um rund ein Drittel ausgeht. Er erwartet einen Zubau von ca. 5000 Megawatt, was immer noch mehr wäre als 2009, aber deutlich weniger als 2010 (rund 7000-8000 Megawatt). (mh)




