Einführung des Bio-Sprits E10 verzögert sich
Medienberichten zufolge wird sich die Einführung des neuen Bio-Sprits E10 verzögern. Ursprünglich sollte das Bioethanol-Gemisch zum 1. Januar 2011 an den Tankstellen erhältlich sein. Doch wie Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, gegenüber dem “General-Anzeiger” mitteilte, wird der neue Kraftstoff “frühestens ab Februar” erhältlich sein, weil der Aufwand für die Umstellung höher ist als angenommen. So betrifft die Umstellung nicht nur die Hersteller bzw. Raffinerien, sondern auch die Spediteure, die für die Lieferung verantwortlich sind und die Tankstellen, die ihre Kassen und Preismasten entsprechend umrüsten müssen. Auch die Kälte würde die Umstellung beeinflussen. Insgesamt soll E10 bundesweit in über 14.000 Tankstellen angeboten werden.
Außerdem soll E10 das Benzin teurer machen. Branchenangaben zufolge liegt der Preis für Bioethanol aktuell um rund 50% über dem Preis von Benzin. Da Ethanol einen deutlich niedrigeren Energiegehalt hat als Benzin, ist der Spritverbrauch bei E10 um 3% höher, d.h. für die Autofahrer wird das Tanken teurer.
Im Dezember hatte der Bundesrat der Einführung des neuen Bio-Sprits zugestimmt. Mit dem Beschluss, dem neuen Kraftstoff eine 10%ige Beimischung von Ethanol zuzufügen, folgt man einer EU-Richtlinie. Laut Bundesumweltministerium sollen 90% aller Fahrzeuge E10 tanken können, für alle anderen Fahrzeuge müssen die Tankstellen bis 2013 auch den herkömmlichen Treibstoff anbieten, der einen Ethanol-Anteil von 5% enthält.
Der ADAC weist darauf hin, dass Autofahrer nur dann E10 tanken sollen, wenn sie sich wirklich sicher sind, dass ihr Auto diesen Kraftstoff auch verträgt. Entsprechende Informationen gibt der jeweilige Autohersteller. Wenn nämlich ein Auto mit E10 betankt wird, obwohl es nicht darauf ausgerichtet ist, risikiert man schwere Schäden an Bauteilen des Kraftstoffsystems, warnt der ADAC. (mh)




