Grüne: Stromanbieter berechnen 2 Mrd Euro zu viel
Nach einer aktuellen Studie, die im Auftrag der Grünen durchgeführt wurde, sind die erheblichen Strompreiserhöhungen der Stromanbieter, die für das kommende Jahr angekündigt wurden, ungerechtfertigt. Der Leverkusener Energiewirtschafts- experte Gunnar Harms zeigt in seinem Gutachten, dass die Preise nicht auf breiter Front steigen dürften. Trotz der höheren EEG-Umlage 2011 könnte auf Preiserhöhungen verzichtet werden - wenn die Energiekonzerne auf höhere Gewinnmargen verzichten würden.
Am 1. Januar 2011 sollen die Strompreise in Deutschland um durchschnittlich 7% gegenüber 2010 steigen - angeblich wegen der höheren EEG-Umlage, die von den Konzernen dann gezahlt werden muss. Die höchsten Anstiege wurden in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekündigt.
Harms zufolge kann die Anhebung der EEG-Umlage allein jedoch nicht als Argument für die deutlichen Preiserhöhungen herangezogen werden, denn die Konzerne ließen das bestehende Preissenkungspotenzial ungenutzt. So seien die Strombeschaffungskosten seit 2008 um 30-40% gesunken, auch wenn sie zuletzt wieder etwas angestiegen sind. Auch die Umlage für Energie aus der Kraft-Wärme-Kopplung ist rückläufig. Diese gesunkenen Kosten werden jedoch nicht an die Verbraucher weitergegeben, kritisiert auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn.
Seit dem Jahr 2006 haben die Stromversorger ihre Gewinnmargen fast verdreifacht, mit den Strompreiserhöhungen im nächsten Jahr werden den Verbrauchern rund 2 Milliarden Euro zu viel abgerechnet, so das Fazit des Gutachtens. 2010 war gerade für die vier großen Strom- versorger ein Rekordjahr - Harms beziffert ihren Jahresgewinn auf rund 30 Milliarden Euro. Experten raten den Verbrauchern, regelmäßig die verschiedenen Tarife zu vergleichen und häufig den Anbieter zu wechseln. (mh)




