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RWE-Chef Jürgen Großmann erhält “Dinosaurier des Jahres”

RWE-Chef Jürgen Großmann erhält “Dinosaurier des Jahres”
Für "besonders nachhaltige Dummheit": RWE-Chef Jürgen Großmann erhält den diesjährigen "Dinosaurier des Jahres" des NABU. (Foto: © NABU)

Mit Deutschlands peinlichstem Umweltpreis – dem „Dinosaurier 2010“ - hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Mittwoch den RWE-Chef Jürgen Großmann (58) für „rückständige Positionen“ im Umweltschutz bedacht. Nach Mitteilung des NABU erhält der Vorsitzende des Essener Stromkonzerns die Trophäe für sein Einwirken auf die Atompolitik der Regierung.

Der „Dinosaurier des Jahres“ wird vom NABU seit 1993 an Persönlichkeiten verliehen, die sich aus seiner Sicht durch „besonders nachhaltige Dummheit“ in der Umwelt- und Klimapolitik hervorgetan haben. Nach Aussage des NABU-Präsidenten Olaf Tschimpke solle Großmann mit dem Preis nicht persönlich angegriffen werden, jedoch stehe der Manager für einen „Unternehmertypus, der aussterben sollte“.

Derzeit liege der Anteil von erneuerbaren Energien bei den Erzeugern durchschnittlich bei 16 Prozent, bei der RWE jedoch nur bei drei Prozent. Der Stromkonzern RWE halte aus „Profitstreben“ mit Atomkraft und Kohle an einer klimaschädlichen „Risikostrategie“ fest, so NABU-Präsident Tschimpke. Berechnungen des Öko-Instituts zufolge kann der Strom- konzern RWE – selbst nach Abzug der Brennelementesteuer – durch die Laufzeitverlängerung der AKWs mit Zusatzgewinnen von über 17 Milliarden Euro rechnen. Ebenso habe das Essener Energieunternehmen auch in punkto Klimaschutz nichts zu bieten. „Mit 150 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß pro Jahr ist der deutsche Konzern der größte Produzent schädlicher Treibhausgase“, so der NABU-Präsident.

Der RWE-Chef interpretierte den Preis als Ehrung und erklärte, er habe mit seiner Arbeit nicht nur den Interessen seines Unternehmens, sondern der gesamten deutschen Volkswirtschaft gedient. “Wir sichern die Stromversorgung, sorgen dafür, dass Strom bezahlbar bleibt - und all das mit nahezu CO2-freier Erzeugungskapazität”, betonte der RWE-Chef. Zudem bot Großmann an, den 2,6 Kilogramm schweren Preis selbst zu übernehmen - was in der 18-jährigen Geschichte der Vergabe einmalig wäre – und dabei die Gelegenheit nutzen, mit den Naturschützern das Problem offensiv zu diskutieren. (sk)