Solarbranche will weniger Subventionen
Da auch 2011 aller Voraussicht nach die Solarsubventionen massiv ansteigen werden, haben einem Artikel der „Financial Times Deutschland“ zufolge Vertreter der Solarbranche in Gesprächen mit der Bundesregierung den Vorschlag unterbreitet, bei der umstrittenen Ökostromvergütung reguläre vierteljährliche Abschläge einzuführen sowie die Fördermittel zu kürzen. Sollten dem Bericht der FTD zufolge etwa im Frühjahr mehr Solaranlagen als politisch gewünscht gebaut werden, solle die Vergütung nicht erst wie geplant zum Jahreswechsel 2011/2012, sondern bereits im Sommer sinken.
Damit wagt die Solarbranche - die befürchtet, dass weitere Kosten- explosionen das gesamte System der Ökostromförderung unpopulär machen oder sogar gefährden könnte - die Flucht nach vorne. Dem Bericht zufolge will die Branche durch ihr Vorpreschen gegebenenfalls drohende härtere Vorgaben der Politik abwehren, da im Jahr 2011 in einigen Bundesländern Wahlen anstehen.
Bereits im November 2010 hatte sich der Bundesverband Solarwirtschaft aufgrund der stark angestiegenen Strompreise durch den Solarboom dafür ausgesprochen, den jährlichen Zubau in Deutschland künftig auf drei bis fünf Gigawatt zu beschränken. Allerdings drohen die Kosten von derzeit rund 13 Mrd. Euro pro Jahr für die Ökostromförderung, aus denen die Produzenten von Ökostrom eine garantierte Einspeisevergütung erhalten, aus dem Ruder zu laufen. Obwohl der Solarstrom nur einen Anteil von 20 Prozent am Ökostrom besitzt, kommt ihm die Hälfte davon zugute. So erhöhte sich die Förderung, die mittels einer Umlage von allen Stromverbrauchern gezahlt wird, deutlich von 2 auf 3,5 Cent pro kW/h.
Zudem warnen Energiewissenschaftler bei Fortsetzung des Booms davor, dass die Umlage in einem Jahr dann sogar auf 4,5 Cent steigen könnte. Dem Bericht zufolge gibt es vor diesem Hintergrund über Parteigrenzen hinaus Konsens darüber, dass die Subventionen gekürzt werden müssen. (sk / Foto: © Pixelio / Bouda)




