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WWF: Gewinner und Verlierer des Artenschutzes 2010

WWF: Gewinner und Verlierer des Artenschutzes 2010
Viele Tierarten vom Aussterben bedroht: Die Umweltstiftung WWF hat unter Artenschutzgesichtspunkten für 2010 eine durchwachsene Jahresbilanz gezogen.

Die Umweltstiftung WWF hat unter Artenschutzgesichtspunkten für 2010 eine durchwachsene Jahresbilanz gezogen. So erklärte der WWF Deutschland, dass die Hauptursachen für den anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt weltweit in der Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Wilderei und Übernutzung zu suchen sei. So liege die von Menschen verursachte Aussterberate mindestens hundertmal höher als der natürliche Artenschwund. So zählt die Umweltstiftung das Nashorn, den Hai, den Thunfisch, die Koralle, das Schuppentier sowie die Wale zu den Verlierern des Jahres 2010. Die Gewinner hingegen seien laut der Stiftung Tierarten wie Tiger, Wolf und Dorsch.

WWF-Angaben zufolge habe Südafrika allein bis September 2010 mehr als 230 Nashörner durch Wilderei verloren. Das heißt, dass in dem Land durchschnittlich alle 30 Stunden ein Breit- oder Spitzmaulnashorn von Wilderern getötet wird. Ein ähnlich erschreckendes Ausmaß sei durch die Wilderei nur in den 1970er Jahren erreicht worden. „Die Hörner gehen vor allem nach Asien, wo sie in geriebener Form als dubiose Heilmittel eingesetzt werden“, sagte WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler.

Zudem beklagte der WWF, dass es für diverse Hai-Arten, den Blau- flossenthunfisch sowie die Rote Koralle bislang keine internationalen Handelsverbote gibt. Obwohl die Population des Blauflossenthunfisch mittlerweile um bis zu 85 Prozent eingebrochen sei, lande er weiterhin als Sushi-Delikatesse auf dem japanischen Markt. Ebenso landeten die Flossen von Weißspitzen-Hochseehai und Hammerhai immer noch in der Suppenschüssel und die Rote Koralle werde weiterhin Bestandteil von Medizin- und Schmuckprodukten sein.

WWF-Schätzungen zufolge leben nur noch rund 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Obwohl der Druck durch Wilderei und Lebensraumzerstörung auf die Art unvermindert hoch ist, kann die Großkatze nach dem „Jahr des Tigers 2010“ wieder hoffnungsvoller in die Zukunft blicken, da sich alle dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten auf dem Tiger-Gipfel im November zu einem globalen Tiger-Rettungsplan geeinigt haben. Laut WWF kehrten 2010 immer mehr Wölfe nach Deutschland zurück. Den Schätzungen der Umweltstiftung nach gibt es deutschlandweit zwischen 60 und 75 Wölfe, wovon ein Großteil in der sächsischen Lausitz lebe. Jedoch werden auch immer wieder Sichtungen aus anderen Regionen wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gemeldet.

Eine erfreuliche Entwicklung habe es auch beim Bestand des Dorsches in der Ostsee gegeben, der innerhalb von nur drei Jahren auf das Dreifache angewachsen sei. Als Grund nannte die Umweltstiftung: eine Verklei- nerung der Fangflotte sowie eine konsequente Eindämmung der illegalen Fischerei. Um diesen Erfolgstrend auch langfristig zu sichern, fordert der WWF die strikte Einhaltung des EU-Wiederaufbauplans für das kommende Jahr. (sk)