Italien verbietet Vermarktung von Plastiktüten
Seit Jahresbeginn sind in Italien Plastiktüten verboten und nun dürfen nur noch Tüten aus biologisch abbaubarem Material verwendet werden. Schon 2007 wurde das Verbot von Plastiktüten im italienischen Haushaltsplan beschlossen, doch erst jetzt ist das Gesetz gegen den heftigen Widerstand der Kunststoff- industrie in Kraft getreten.
Experten sprechen von einer historischen Entscheidung, denn laut der Umwelt- schutzorganisation Legambiente verbrauchte statistisch betrachtet jeder italienische Bürger jährlich rund 300 Plastiktüten. Das sind 20 Milliarden Plastiktüten mit einem Gewicht von insgesamt 200.000 Tonnen in jedem Jahr und damit ein Viertel des Tüten-Konsums in ganz Europa.
Einem Sprecher des italienischen Landwirtschaftsverbandes Coldiretti zufolge wurden für deren Produktion ca. 430 Tonnen Öl benötigt. Doch nicht nur die zur Herstellung der Tüten benötigten Ressourcen wurden von den Befürwortern des Tüten-Verbots kritisiert, auch die lange Haltbarkeit der Tüten wurde immer wieder beklagt. Der Verfall von Plastiktüten dauert rund 400 Jahre - abgesehen davon, dass bei ihrer Verbrennung in Müllverbrennungsanlagen schädliche gase entstehen.
Die italienischen Supermärkte, die noch über Restbestände verfügen, dürfen diese nur noch verschenken. Stattdessen sollen die Einkäufe künftig in wiederverwendbare Stoffbeutel, Gummitaschen und Tüten aus Bio-Plastik verpackt werden. Diese umweltfreundlichen Tüten lösen sich nach wenigen Monaten vollständig auf. Bei den Verbrauchern ist die Meinung über die neuen Tüten noch geteilt. Während manche die umweltfreundliche Variante schon jetzt bevorzugen, kritisieren andere, dass diese teurer und weniger stabil sind. (mh)




