Dioxin-Skandal: NRW entwirft 10-Punkte-Plan
Als Reaktion auf den Dioxin-Skandal hat Nordrhein-Westfalen (NRW) einen 10- Punkte-Plan erstellt. Dieser sieht unter anderem die Einführung einer Positivliste vor, in der genau aufgezählt wird, welche Stoffe zur Tierfütterung verwendet werden dürfen. Außerdem soll eine strikte Trennung der Produktströme auch im Futtermittelrecht verankert werden, so dass keine technischen Fette mehr in die Lebensmittelkette gelangen können.
Darüber hinaus sollen Hersteller von Futtermitteln zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtet werden, Fett verarbeitende Betriebe einer behördlichen Zulassungspflicht unterworfen werden und die Eigenkontrollen der Unternehmen verstärkt werden. Ebenfalls vorgesehen ist die Intensivierung der amtlichen Kontrollen, die Stärkung der regionalen Vermarktung von Lebensmitteln sowie der Ausbau der Öko-Landwirtschaft.
NRW-Agrarminister Remmel (Bündnis 90/Grüne) erklärte, dass Bund und Länder nun Konsequenzen ziehen müssten, damit “die Landwirtschaft grüner und Lebensmittel sicherer” werden. Künftig sollen die Verbraucher schneller und besser über Lebensmittel und ihre Herstellung informiert werden. Im vorliegenden Fall gab es laut Remmel schon im November erste Messergebnisse, auf die jedoch zu spät reagiert worden sei.
Unterdessen weitet sich der Dioxin-Skandal scheinbar unaufhaltsam aus. Inzwischen sind auch Hessen und Baden-Württemberg betroffen, in beiden Bundesländern wurden belastete Proben gefunden. Verbrau- cherschützer raten dazu, vorsichtshalber auf den Konsum von Eiern zu verzichten oder auf Bio-Produkte auszuweichen, auch wenn der Verzehr von 1-2 dioxinbelasteten Eiern noch keine Folgen nach sich ziehe. (mh)




