2011 ist “Internationales Jahr der Wälder”
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen effektiveren Schutz deutscher Wälder. Der Wald sei nicht primär ein Wirtschaftsgut für die Holzindustrie, sondern vor allem ein Refugium für viele seltene Pflanzen und Tiere. Darunter bedrohte Arten wie Luchs, Wildkatze, Rauhfußkauz und Grauspecht, sagte BUND-Waldexpertin Heidrun Heidecke zum „Internationalen Jahr der Wälder“, das von den Vereinten Nationen für 2011 ausgerufen wurde.
Das Ziel der Vereinten Nationen ist es, das Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern, wobei auf die besondere Bedeutung des Waldes und einer nachhaltigen Waldbewirt- schaftung auch im Rahmen der Bekämpfung der Armut hingewiesen werden soll. Nach Schätzung der Weltbank bieten die Wälder Lebensräume für etwa zwei Drittel aller Arten auf der Erde.
So sei allein die Abholzung der tropischen Regenwälder für den Verlust von nicht weniger als 100 Arten der biologischen Vielfalt pro Tag verantwortlich. Zudem seien mehr als 1,6 Milliarden Menschen für ihren Lebensunterhalt von der Waldnutzung abhängig. Da international Wald- Produkte in der Größenordnung von 270 Milliarden Dollar gehandelt werden, zählt der Wald zu einem nicht zu unterschätzenden Motor für das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigung weltweit. Zudem würden bis zu 20 Prozent der globalen klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen auf das Konto der Entwaldung zurückzuführen sein, da die Wälder der Welt inklusive Waldboden mehr als eine Billion Tonnen Kohlenstoff speichern.
Schätzungen der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) zufolge gehen jedes Jahr 130.000 km² der Wälder der Welt verloren. Die häufigsten Gründe dafür ist die Umstellung auf landwirtschaftliche Flächen, die nicht nachhaltige Gewinnung von Holz sowie die Schaffung von menschlichen Siedlungen.
Nach Ansicht der Umweltorganisation BUND müsse auch Deutschland nun beim Waldschutz zulegen. Neben der Umwandlung von Nadelforsten in Mischwälder müssten zudem Waldmoore renaturiert und mindestens fünf Prozent der Waldfläche aus der Nutzung genommen werden und als künftige Urwälder geschützt werden, forderte Heidecke. Auch sie erinnerte daran, dass der Wald weltweit nach wie vor in einem gigantischen Ausmaß vernichtet werde, was ebenso zum Klimawandel beitrage wie die CO2-Emissionen aller Autos, Flugzeuge und Schiffe.
Die internationale Gemeinschaft müsse deshalb den Beschluss des Klimagipfels von Cancun vom letzten Dezember schnell umsetzen und mit den Geldern aus dem Waldfonds zuerst den Erhalt der Regenwälder sichern. Zudem werde sich der BUND in diesem Jahr vor allem für den Schutz der Buchenwälder einsetzen. Laut BUND weist jede zweite Buche in Deutschland Schäden auf, deren Hauptursache auf die Emissionen aus Verkehr und Landwirtschaft zurückzuführen sei. Hohe Stickstoffeinträge führten zur Versauerung der Böden und schädigten die Baumwurzeln. Deutschland trage für den Erhalt der Buchenwälder eine besondere Verantwortung, da ein Viertel der weltweiten Buchenbestände hier vorkomme, sagte Heidecke. Deshalb will der BUND die Bemühungen der Bundesregierung, Buchenwälder in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern und Thüringen 2011 von der UNESCO als Weltnaturerbe schützen zu lassen, unterstützen. (sk)




