Dioxin-Skandal: vzbv fordert mehr Infos und bessere Kontrollen
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert angesichts des aktuellen Dioxin-Skandals mehr Transparenz und bessere Kontrollen in der Lebensmittel- branche. vzbv-Vorstand Gerd Billen appelliert an die Behörden, die Öffentlichkeit aktiv über die betroffenen Hersteller, Händler und Chargennummern zu infomieren und die staatlichen und Eigenkontrollen der Wirtschaft zahlreicher und effizienter zu machen.
Das Recht die Öffentlichkeit aktiv zu informieren haben die Behörden schon jetzt durch das Verbraucherinformationsgesetz (VIG), doch sie können selbst entscheiden ob und in welchem Umfang sie dies realisieren. Deshalb gibt es hinsichtlich der Transparenz große Unterschiede zwischen Ländern und Kommunen. Der vzbv fordert eine eindeutigere Regelung, die in der anstehenden VIG-Novellierung berücksichtigt werden soll.
Nach Ansicht des vzbv müssen sowohl der Staat als auch die Wirtschaft selbst bei den Lebensmittelkontrollen Verantwortung übernehmen. Während die Hersteller für sichere Lebensmittel verantwortlich sind, müssen die Kontrollbehörden überprüfen, ob die Sorgfaltspflicht der Wirtschaft auch tatsächlich erfüllt wird.
Der Verbraucherschutzindex 2010 des vzbv zeigt jedoch, dass es zwischen den Bundesländern gravierende Unterschiede in der Kontrolldichte gibt. So sind in Niedersachsen 12 Kontrolleure für 1000 Betriebe zuständig, in Baden-Württemberg dagegen nur ein einziger. Billen fordert deshalb eine länderübergreifende Qualitätssicherung. (mh)




