Gen-Kartoffelbauer gibt auf
Die massiven Proteste und Feldbesetzungen von Gentechnik- Gegnern, zu denen unter anderem auch die Aktivisten von Greenpeace gehörten, führten dazu, dass auf Gut Bütow in Zepkow (Mecklenburg-Vorpommern) nach vier Jahren keine Amflora-Genkartoffeln mehr angebaut werden. Den Angaben zufolge ist der Vertrag mit dem BASF- Tochterunternehmen “Plant Science” bereits gekündigt worden.
Greenpeace-Gentechnikexpertin Stephanie Töwe freute sich über den Erfolg der Gentechnik-Gegner und ist der Meinung, dass die Entscheidung, die Amflora-Kartoffel nicht mehr anzubauen, absolut richtig sei, da sie nur unzureichend auf Sicherheit geprüft und daher riskant sei. Nicht zuletzt sei die Zulassung der Gen- Knolle rechtswidrig, da sie laut einem im Auftrag von Greenpeace erstelltem Gutachten gegen EU-Recht verstoße.
Gegen den Anbau der umstrittenen gentechnisch veränderten Knolle liefen Umweltschutzorganisationen, Bürgerinitiativen und Verbraucher massiv Sturm, wobei selbst das Ausbringen der Saat sowie auch die Ernte immer zu einem enormen Polizeiaufgebot führte. Nach Auffassung der Umweltschutzorganisation Greenpeace war es von dem Kartoffel- bauern unverantwortlich, die genmanipulierte Knolle überhaupt auf die Äcker auszubringen, da er zudem auch konventionelle Kartoffelsorten zur Vermehrung als Saatgut anbaut. Es wäre ihrer Ansicht nach nur eine Frage der Zeit gewesen, wann es zu Verunreinigungen gekommen wäre. Das habe ein Vorfall in Nordschweden gezeigt, bei dem sich Amflora mit der illegalen Gen-Kartoffel Amadea vermischt hatte und ausgebracht wurde. Daraufhin wurde auf Anweisung von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) die deutsche Ernte stichprobenartig ebenfalls auf Verunreinigungen durch Amadea überprüft.
Zudem sei die genmanipulierte Kartoffel, die aufgrund ihrer Stärke vor allem in der Papierindustrie zur Herstellung stärkerer Papiersorten zum Einsatz kommen sollte, überflüssig. Greenpeace zufolge gebe es für diese Zwecke längst konventionelle Züchtungen, die jedoch die Umwelt nicht gefährden würden. (sk)




