Deutsches Windenergie-Institut soll privatisiert werden

Das Land Niedersachsen will das landeseigene Deutsche Windenergie- Institut (DEWI) in Wilhelmshaven verkaufen. Wie die Staatskanzlei am Dienstag in Hannover mitteilte, soll der Verkauf in ganz Europa ausgeschrieben werden. Der zukünftige Käufer hat die Auflage, das Institut an den Standorten Wilhelmshaven und Cuxhaven mindestens zehn Jahre lang weiter zu betreiben und in den kommenden drei Jahren auch keinerlei betriebsbedingte Kündigungen gegenüber den 140 Beschäftigten auszusprechen.
Das Institut wurde vor 20 Jahren vom Land Niedersachsen als Forschungszentrum für Windenergie-Industrie gegründet, die damals noch in ihren Kinderschuhen steckte. Bis heute unterstützt Niedersachsen das DEWI jedes Jahr mit 300.000 Euro.
Schon 2008 forderte der Landesrechnungshof einen Verkauf des Instituts mit der Begründung, dass das Institut vor allem als Dienstleister in der Windenergiebranche tätig ist, jedoch kaum noch Forschung betreibt. Tatsächlich beträgt der Forschungsanteil nur noch 10% der Tätigkeiten, so dass eine Beteiligung des Landes nicht mehr gerechtfertigt sei, hieß es. Der niedersächsische Landtag stimmte der Forderung zu.
Für das DEWI ist die Privatisierung eine “Entwicklungschance” und die Möglichkeit, das Institut und den Standort Wilhelmshaven zu stärken, erklärt der leitende Direktor des Instituts, Dipl.-Ing. Jens Peter Molly. Das Institut bietet verschiedene Dienstleistungen an wie z.B. Vermessung von Windturbinen, Standortgutachten, Netzintegration, Due Diligence, Wissensvermittlung und Beratung. (mh)




