Dioxin-Skandal: Deutsche wollen weiterhin preisgünstige Lebensmittel
Obwohl sich der Dioxin-Skandal immer weiter ausweitet und inzwischen nicht nur Eier, sondern auch Schweinefleisch betrifft, ist rund die Hälfte der Deutschen nicht dazu bereit, für Lebensmittel mehr Geld auszugeben. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, die im Auftrag der “Bild”-Zeitung durchgeführt wurde, würden zwar 48% der Deutschen Lebensmittel bevorzugen, die nachweislich aus einem kontrollierten Anbau stammen, aber nur 43% sind auch bereit, hierfür mehr Geld auszugeben.
45% der Befragten wollen bei ihrem täglichen Einkauf nicht mehr Bio- Produkte kaufen und 47% sagen eindeutig, dass sie für Lebensmittel nicht mehr Geld ausgeben wollen als bisher. Allerdings sind Bio-Produkte heutzutage gar nicht mehr zwangsläufig teuer, denn mittlerweile bieten auch fast alle Supermärkte und Discounter eigene Bio-Produkte an, was sich auch in den Preisen niederschlägt.
Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Während vor allem Bio-Milchprodukte vergleichsweise günstig sind, sind Bio-Fleisch und Brot deutlich teurer als konventionelle Fleisch- und Brotprodukte. Andrea Danitschek von der bayerischen Verbraucherzentrale erklärt, dass dies auch einen guten Grund hat, denn ein Bio-Masthuhn bekommt nicht nur besseres Futter als ein normales Masthuhn, sondern es lebt auch etwa doppelt so lange.
Allerdings ist die Nachfrage nach Bio-Eiern seit Beginn des Dioxins- Skandals deutlich gestiegen, so dass diese vielerorts schon ausverkauft sind. Auch ohne Dioxin-Verseuchung herkömmlicher Eier sei die Nachfrage nach Bio-Eiern relativ groß und könne wegen der geringen Anzahl Bio- Betriebe, die Eier vertreiben, kaum gedeckt werden, erklärt ein Lebensmittelmarketing-Experte der Uni Kassel. (mh)




