Dioxin-Skandal: Foodwatch fordert härteres Durchgreifen der Politik
Im Dioxin-Skandal wird die Kritik an der schwarz-gelben Bundesregierung immer schärfer. Neben den Grünen, die sogar den Rücktritt von Verbraucherschutz- ministerin Ilse Aigner (CSU) fordern, kritisiert nun auch Foodwatch die Bundesregierung scharf und bezeichnete die Regierung aus CDU, CSU und FDP als „Dienstleister der Futtermittelindustrie“. Nach Meinung von Foodwatch vertritt das Bundeslandwirtschaftsministerium die Interessen der Agrarindustrie, nicht die der Verbraucher.
Der Aussage von Foodwatch-Chef Thilo Bode gegenüber der Zeitung „Frankfurter Rundschau“ nach werde die Futtermittelbranche von der Bundesregierung vor strikten Kontrollen geschützt, um den seit 2010 mit Steuergeldern geförderten Export von deutschen Fleischprodukten nicht zu gefährden. Deshalb müssten die Futtermittelkosten niedrig bleiben, wodurch Skandalen wie dem aktuellen der Boden bereitet werde.
Doch die Konsequenz daraus sei jetzt ersichtlich, denn nach Südkorea wollen nun auch die Chinesen keine deutschen „Dioxinschweine“ mehr essen. So hat nach Seoul auch China am Mittwoch angekündigt, die Importe für Schweinefleisch aus Deutschland zu stoppen.
Zudem hält Bode die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zur Abwehr weiterer Skandale für viel zu schwach. Der Auffassung der Verbraucherorganisation nach reiche eine Trennung der Produktion von Futtermittel-Fetten und Industrie-Schmierstoffen bei weitem nicht aus. So forderte Foodwatch-Chef Bode, dass die Futtermittelhersteller per Gesetz verpflichtet werden müssten, ausnahmslos jede Charge jeder einzelnen Futtermittel-Zutat auf Dioxin zu testen, die Probe zu dokumentieren und die Charge bei Grenzwert- Überschreitung zu vernichten. (sk)




