Berlin: Mietpreise wegen Klimaschutz verdoppelt
Offenbar müssen sich die Mieter der Berliner Wohnungsbaugesellschaften warm anziehen, um die Mieten nach der Sanierung noch berappen zu können. So hatte nach der Howoge, deren Mieter im Ortsteil Buch bald bis zu 67 Prozent mehr Miete zahlen sollen, auch die Gesobau ihren Mietern in Rosenthal angekündigt, die Mieten nach der „energetischen Sanierung“ für mehr Klimaschutz drastisch anzuheben. In einem konkreten Fall will die Gesobau die Kaltmieten in einer Wohnanlage in Pankow sogar um mehr als 100 Prozent von 2,99 Euro auf 6,89 Euro pro Quadratmeter anheben.
Der Berliner Mieterverein spricht von einer bedrohlichen Entwicklung für ganz Berlin und bewertete das Vorgehen der Unternehmen als „sehr besorgniserregend“. Der Chef des Berliner Mietervereins, Reiner Wild befürchtet, dass sich die „kommunalen Betriebe jetzt offenbar an der allgemeinen Mietenentwicklung in Berlin beteiligen wollen, um ebenso wie die privaten Investoren absahnen zu können“.
Da die Mieten in der Stadt ständig steigen würden, werde das Marktsegment für preiswerten Wohnraum für Rentner und Bezieher kleiner Einkommen immer knapper. Man könne nicht hinnehmen, dass das erst im November verabschiedete Senatskonzept, demzufolge die Mieten nach einer Sanierung innerhalb der Spannen des Mietspiegels liegen sollten, für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften einfach ignoriert werde, so Wild.
Nach Angaben des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) gelten immer noch 270.000 Wohnungen und damit 15 Prozent der insgesamt 1,8 Millionen Mietwohnungen in Berlin als vollständig unsaniert. Damit die nötigen Modernisierungen die Mieter nicht so belasten würden, fordert der BBU deshalb eine jährliche Landesförderung von zehn Millionen Euro. Über eine solche Förderung würde sich vor allem die Degewo freuen, die bis 2015 in Neukölln, Tempelhof und Wedding knapp 6.000 Wohnungen einer „energetischen Sanierung“ für mehr Klimaschutz unterziehen will. (sk)





