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Greenpeace-Studie: Anteil Erneuerbarer Energien über 95% ist machbar

Greenpeace-Studie: Anteil Erneuerbarer Energien über 95% ist machbar
Laut einer aktuellen Greenpeace-Studie ist ein Anteil Erneuerbarer Energien von über 95% technisch und wirtschaftlich machbar. (Foto: © Pixelio / Sturm)

Eine neue Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace kommt zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2050 über 95% des europaweiten Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden kann. In der Studie mit dem Titel “Battle of the Grids” (”Schlacht um das Stromnetz”) wird aufgezeigt, wie ein europäischer Systemwechsel funktionieren könnte, so dass bis 2030 etwa 68% des Stroms aus Erneuerbaren Energien stammen könnte. Demnach müssten bis 2030 zunächst 100 Milliarden Euro in neue Stromnetze investiert werden, das ist gerade mal 1% mehr als bisher. Gelingt dies, könnte Europa ab 2050 seinen Strom rund um die Uhr zu fast 100% aus Erneuerbaren Energien speisen.

Energieexperte Sven Teske von Greenpeace International erklärt, dass ein vollständiges Umsteigen auf Erneuerbare Energien ohne Atom- und Kohlekraftwerke sowohl technisch als auch wirtschaftlich realisierbar ist, aber nun die Politik gefragt sei. Diese hat jedoch mit der Laufzeitver- längerung der Atomkraftwerke ein falsches Signal gesetzt. Das Problem: Atomkraftwerke können nicht ohne Weiteres zeitweise abgeschaltet werden, also fließt ihr Strom ungehindert durch die Netze. Kommt es zu einem Überschuss, müssen derzeit Wind- und Solaranlagen zeitweise abgeschaltet werden, wie es im letzten Jahr tausendfach der Fall war.

Zusammen mit dem technischen Institut “energynautics” hat Greenpeace zwei alternative Szenarien für den Netzausbau erarbeitet, um von der konventionellen Stromerzeugung auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Das erste Szenario “Low Grid” enthält einen hohen Anteil dezentraler Energien und wenig Importe von Solarstrom aus Nordafrika. Damit würden die Netzkosten gering gehalten werden, allerdings würden sich die Stromerzeugungskosten erhöhen. Die zweite Variante “High Grid” sieht einen hohen Anteil an Solarstrom-Importen aus Nordafrika vor, was geringere Stromerzeugungskosten, aber höhere Netzkosten bedeuten würde. Der Idealfall liegt also irgendwo zwischen den beiden Varianten.

Egal welcher Option man den Vorzug geben würde, der Schlüsselfaktor liegt im Netzausbau. Greenpeace schlägt vor, Stromkabel entlang von Bahntrassen oder Autobahnen zu legen und die Oberleitungen der Eisenbahnen mitzubenutzen. Dies würde weniger Widerstand bei der Bevölkerung hervorrufen und der Netzausbau könnte deutlich schneller voranschreiten. (mh)