Größte CO2-Deponie der Welt offenbar undicht
Im kanadischen Saskatchewan befindet sich die momentan größte unterirdische Deponie zur Lagerung von Kohlendioxid (CO2) aus Kraftwerken (Carbon capture and storage, CCS), die jedoch offenbar ein Leck hat. Schon seit 2005 berichten die über dem CCS-Versuchsfeld lebenden Landwirte von toten Kleintieren und sprudelnden Grundwasseraustritten. Ein Gutachten der Consultingfirma “Petrofind Geochem” stellte nun fest, dass es sich bei dem austretenden Gas offenbar wirklich um CO2 aus dem CCS-Speicher handelt.
Das Isotopenmuster des ausströmenden Gases stimmt mit den Proben aus der Deponie überein. Auch in den Böden über der Deponie wurden hohe CO2-Werte gemessen. Laut dem Chef von “Petrofind Geochem”, Ingenieur Paul Lafleur, sei die Umweltüberwachung des Projekts seit 2005 “praktisch eingestellt worden”. Das Energieministerium kündigte eine Untersuchung der Fälle an, will aber das seit 10 Jahren laufende CCS-Projekt vorerst nicht stoppen. Nun sollen drei unabhängige Experten eine Überprüfung des Gutachtens vornehmen
CCS-Speicherung ist umstritten, die Methode gilt als Hochrisiko- technologie, wie die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, betont. Das Problem ist, dass eben niemand den Austritt von CO2 vollkommen ausschließen kann - wie gerade in Kanada bewiesen ist -, deshalb müssen CO2-Endlager wieder aus dem Klimaabkommen gestrichen werden, fordert Brunner.
Im Interview mit der “Frankfurter Rundschau” äußerte sich auch BUND- Energie-Experte Robert Pörschmann kritisch und weist auf die vielfältigen Risiken der CCS-Technik hin: es können Schwermetalle freigesetzt, Erdbeben ausgelöst, das Trinkwasser weitflächig gefährdet werden und es kann bei einem Leck CO2 austreten. Wenn dies der Fall ist, sind alle möglichen klimaentlastenden Effekte einer CO2-Deponie hinfällig. (mh)




