Röttgen kritisiert falsches Spiel der Stromanbieter

Im Interview mit dem “Westfalenblatt” kritisiert Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Strompreiserhöhung der Stromkonzerne. Er wirft ihnen ein falsches Spiel vor, da sie falsche Begründungen für die Preiserhöhung vorschieben. Röttgen betont, dass der Strompreis sich wegen der Investitionen in Erneuerbare Energien nicht verteuert und fordert die Stromkonzerne auf, ihre Preisvorteile auch an die Verbraucher weiterzugeben.
Mit Jahresbeginn 2011 hatten mit 609 Konzernen mehr als die Hälfte der Stromanbieter ihre Preise erhöht und dies mit höheren Kosten durch die gestiegene EEG-Umlage begründet. Etwa jeder zweite Haushalt in Deutschland muss nun höhere Strompreise zahlen. Weitere Konzerne hatten bereits angekündigt, im Laufe des Jahres ihre Preise zu erhöhen - aus demselben Grund. Dann sind zwei Drittel aller Haushalte betroffen.
Auch Verbraucherschützer üben massive Kritik an den Strompreiser- höhungen und verweisen auf die sinkenden Großhandelspreise, durch die die Unternehmen den Strom heute billiger einkaufen als früher. Aktuell sinken die Strompreise nur für Industriekunden, für Privatkunden steigen die Preise weiter. Ebenso wie Verbraucherschützer rät auch Röttgen allen Verbrauchern zu einem kritischen Umgang mit ihrem Stromanbieter und diesen gegebenenfalls zu wechseln.
Durch einen Preisvergleich und Wechsel zu einem günstigeren Anbieter kann ein Durchschnittshaushalt laut EU und Bundesnetzagentur über 100 Euro jährlich sparen. Eine höhere Wechselbereitschaft der Stromkunden würde sich nach Einschätzung vieler Experten auch positiv auf den Wettbewerbsdruck und damit auf die Preise auswirken. (mh)




