Ausbau der Windenergie bleibt hinter Erwartungen zurück

Der neuesten Erhebung des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) zufolge konnte der deutsche Markt für Windenergie 2010 mit 1.551 Megawatt (MW) neu installierter Windleistung die Zahlen vom Vorjahr (1.920 MW) nicht erreichen. Wie der Bundesverband WindEnergie (BWE) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Power Systems) am Mittwoch in Berlin bekanntgaben, entspricht das einem Rückgang von knapp 20 Prozent.
Insgesamt drehten sich den DEWI-Angaben zufolge Ende 2010 in Deutschland 21.607 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 27.214 MW. „Der deutsche Markt befindet sich bezüglich der Neuinstalla- tionen wieder auf dem Niveau von 1999“, sagte Hermann Albers, Präsident des BWE bei der Vorstellung der Jahresbilanz.
Den Grund für den Einbruch des Onshore-Marktes sieht VDMA- Geschäftsführer Thorsten Herdan in den Spätfolgen der Finanzkrise, wodurch die Refinanzierung für den Bau neuer Windanlagen erschwert wurde. Auch der lange Winter im letzten Jahr und der frühe Kälteeinbruch zum Jahresende haben zu der Entwicklung beigetragen, da der Bau vieler Anlagen auf 2011 verschoben wurde. BWE-Präsident Hermann Albers kritisiert, dass auch Abstandsregelungen und Höhenbegren- zungen einen effizienten Ausbau der Windenergie an Land verhindern und fordert eine stärkere Förderung der Windenergie. Langfristig seien 3.000 Megawatt neuer Kapazität pro Jahr nötig, um die Klimaschutzziele und die gewünschte Energiewende zu erreichen.
Im Gegensatz zur Windenergie an Land konnte der Markt im Bereich des sogenannten Repowering (Tausch alter gegen neue, leistungsstärkere Anlagen) und der Offshore-Windenergie einen Zuwachs verzeichnen. Den DEWI-Erhebungen zufolge wurden 2010 insgesamt 116 Windenergie- anlagen mit einer Gesamtleistung von 56 MW durch 80 neue Anlagen mit zusammen 183 MW ersetzt. „Im Repowering schlummert immer noch ein immenses Potenzial. Spätestens im Jahr 2015 werden über 9500 Windenergieanlagen repoweringfähig sein“, so Albers.
Ebenso übertrafen die Installationszahlen der Windenergie auf hoher See (Offshore), auf die die Bundesregierung ihr Hauptaugenmerk legt, die des Vorjahres. So konnten im zweiten Jahr des deutschen Off-Shore- Marktes in den Projekten Baltic 1 und Bard 1 zusammen Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 108 MW neu errichtet werden. Nach Aussage von Herdan wird für 2011 aufgrund des Projektfortschritts ein Zubau von rd. 300 MW erwartet. (sk)




