Greenpeace: Kampf um Ölreserven mit riskanten Technologien

Eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ergeben, dass die Ölindustrie immer häufiger auf schmutzige und riskante Technologien setzen, um neue Ölquellen zu erschließen. Dies ist nötig, um die bisherigen Ölreserven auf einem stabilen Niveau zu halten, denn die herkömmlich förderbaren Ölvorräte gehen langsam zur Neige, so Greenpeace.
Laut der Studie können die Ölkonzerne schon seit Jahren ihre Bilanz nur noch halten, weil sie Tiefseebohrungen, Bohrungen in den Polarregionen und Teersandaufbereitung betreiben.
Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern erklärt, dass derzeit vor allem in den Weltmeeren neue Ölfelder entdeckt und ausgebeutet werden. Was dabei passieren kann, zeigt die verheerende Ölkatastrophe im letzten Jahr, als die Ölplattform “Deepwater Horizon” im Golf von Mexiko explodierte und rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen sind.
Der für die Ölkatastrophe verantwortliche Ölkonzern BP plant derweil Bohrungen in der Arktis, was unter Umweltschützern als extrem riskant gilt. Die Arbeiten hier können durch das Eis nämlich nur wenige Monate im Jahr durchgeführt werden und sollte es zu einem Unfall wie auf der “Deepwater Horizon” kommen, könnte es im schlimmsten Fall Monate dauern, bis überhaupt eine Handlungsmöglichkeit besteht. Abgesehen davon ist das Ökosystem in der Arktis besonders empfindlich und der Ölabbau dauert wesentlich länger als in anderen Regionen. (mh)




