UBA: Neue Broschüre zu Umwelt und Landwirtschaft
In einer kostenlosen Broschüre namens „Umwelt und Landwirtschaft“ zeigt das Umweltbundesamt (UBA) auf, wie sich die moderne Landwirtschaft auf Boden, Wasser, Luft, das Klima und die biologische Vielfalt auswirkt. Anhand von Grafiken, Karten und Tabellen werden die Zusammenhänge verständlich dargestellt. Die Broschüre steht schon jetzt in PDF- Format kostenlos zum Download bereit, wer sie in gedruckter Fassung haben möchte, kann sie jetzt schon vorbestellen, die Auslieferung erfolgt ab Mitte Februar.
2009 wurden in Deutschland 52% der Bodenflächen landwirtschaftlich genutzt, 60% davon allein für die Futtermittelproduktion. Dabei nimmt der Anteil von Grünland stark ab, was auch auf den zunehmenden Anbau von Energiepflanzen wie Raps für Agrardiesel und Mais für Biogas zurückgeht. Allerdings ist laut UBA gerade Grünland ein wichtiger CO2- Senker zum Schutz des Klimas und außerdem wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Nach Ansicht von UBA-Präsident Jochen Flasbarth „war und ist die Landwirtschaft eine der wichtigsten Nutzungen unserer Umwelt“. Deshalb werde es bei der 2013 anstehenden Agrarreform der EU darauf ankommen, die Umweltanforderungen dort zu stärken, wo sie noch nicht ausreichend sind, was auch eine Neuausrichtung der Agrarförderung erfordere, so Flasbarth.
Von Seiten des UBA gibt es auch Kritik an der landwirtschaftlichen Düngung: Zwar sei eine moderne Landwirtschaft ohne Dünger undenkbar, jedoch würden die Böden und Gewässer durch einen Überschuss die Böden und Gewässer überdüngen und versauern. Obwohl der Stickstoffüberschuss zwischen 1991 und 2007 einen Rückgang von 20% verzeichnen konnte, liege er mit 105 kg/ha landwirtschaftlicher Nutzfläche immer noch weit über dem von der Bundesregierung angestrebten Ziel von 80 kg/ha. Deshalb fordert das UBA, dass wirksame Maßnahmen zu einer effizienteren Nutzung von Stickstoff ergriffen werden.
Das UBA sieht vor allem im Ökolandbau eine besonders ressourcen- schonende und umweltverträgliche Form der Landwirtschaft. 2009 wurden jedoch gerade einmal 5,6% der landwirtschaftlich genutzten Flächen ökologisch bewirtschaftet, was von der Zielvorgabe der Bundesregierung (20%) noch weit entfernt ist. Die Nachfrage nach ökologisch erzeugen Lebensmitteln übersteigt mittlerweile die einheimische Produktion. Ziel des UBA ist es, die Nachfrage künftig aus eigener landwirtschaftlicher Produktion befriedigen zu können. (sk)




