Aigner will Biogasförderung kürzen
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner plant eine Einschränkung der Biogasförderung und eine Verlangsamung des Maisanbaus. Im Interview mit der “FTD” erklärte die CSU-Ministerin, dass durch eine Senkung der Biogasförderung der Anreiz für Biogasanlagen verringert werden soll. Dadurch soll der immer weiter zunehmende Maisanbau der Bauern für Biogas gebremst werden.
Aigner erklärte, dass es einen Zielkonflikt gebe, wenn der Ausstieg aus anderen Energieformen von dem Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen abhänge. Hinzu kommt, dass hierzulande ein Problem mit der Konkurrenz um Mais bestehe. In einigen Regionen seien die Landwirte nicht mehr in der Lage, die Pachtpreise zu bezahlen.
Um dieses Problem zu lösen, soll das bisherige Vergütungssystem geändert werden, was sich vor allem auf den Bonus für nachwachsende Rohstoffe auswirken wird, so Aigner. Hierüber herrsche Einigkeit mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) Ziel ist, dass anstatt Mais vermehrt Rest- und Abfallstoffe (vor allem Gülle) verwendet wird. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte bereits im Dezember vor einem übermäßigen Anbau von Energiepflanzen wie Mais.
Eine aktuelle Studie des Sachverständigenrats für Umweltfragen hat jedoch gezeigt, dass gerade Biogas wichtig ist, um die Schwankungen der Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie auszugleichen. Der SRU geht davon aus, dass Biogas im Jahr 2050 auf einen Anteil von 2,4% bis 5,3% der Stromerzeugung kommen wird, das entspricht etwa 17-26,6 Milliarden Kilowattstunden. Der Fachverband Biogas e.V. hält diese Zahlen noch für zu niedrig angesetzt, er erwartet eine Menge von 30 Milliarden Kilowattstunden. (mh)





