Dioxin: Harles und Jentzsch darf vorerst wieder Fette produzieren
Langsam aber sicher verabschiedet sich der Dioxin-Skandal aus den Tagesmedien. Der als Auslöser des bundesweiten Dioxin-Skandals geltende und mittlerweile insolvente Futterfett-Hersteller Harles und Jentzsch hat den Betrieb unter der Leitung von Insolvenzverwalter Heiko Fialski inzwischen wieder aufgenommen. Die Firma darf jedoch vorerst nur Fette für die Industrie produzieren. Die Futterfette des Uetersener Unternehmens waren stark mit Dioxin verseucht an die Bauern ausgeliefert worden und gelangten so in Eiern und Fleisch in den Handel.
Von 111 Futterproben, die bei Fett-Produzent Harles und Jentzsch GmbH seit dem 11. November 2010 genommen wurden, überschritten 46 den zulässigen Dioxin-Grenzwert von 0,75 Nanogramm. In 65 Fällen wurde der Grenzwert unterschritten. Der Höchstwert lag bei 62,07 Nanogramm.
Nun soll es mit dem Unternehmen weitergehen. Laut dem zuständigen Insolvenzverwalter haben sich bislang rund 30 potenziell Geschädigte gemeldet, um Forderungen geltend zu machen. Das Unternehmen ist angeblich mit einer Privathaftpflicht ausgestattet, die Personen- und Sachschäden bis zu zwei Millionen Euro und Vermögensschäden bis 100.000 Euro abdeckt. Eine Zusatzversicherung über den Deutschen Verband Tiernahrung deckt bis zu 25 Millionen Euro ab. Betroffene Unternehmen müssen sich unbedingt schriftlich bei Fialski melden.
Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen Harles und Jentzsch Geschäftsführer Siegfried Sievert wegen Verdachts auf Betrug, Steuerhinterziehung und Verstoß gegen das Lebens- und Futtermittel- gesetz. Zunächst müssen jedoch Geschäftsunterlagen ausgewertet werden, was laut der Staatsanwaltschaft noch viele Wochen dauern kann. Der Betrieb der Firma soll bis mindestens März 2011 weiterlaufen. Dem Unternehmen ist es untersagt, mit Futterfetten zu handeln. (ok)





