Kuba: Millionenschwere Biomasseprojekte geplant

Aktuell liegt der Anteil der Strom- produktion durch erneuerbare Energien in Kuba bei 7%. Die größte Bedeutung dabei nimmt derzeit Biomasse und Ethanol ein. Es gibt auch Photovoltaik-Anlagen, die jedoch vor allem im ländlichen Raum eingesetzt werden und vor kurzem wurden auch die ersten kleinen Windparks errichtet.
Nun sollen weitere Biomasseprojekte umgesetzt werden. Das britische Unternehmen Havana Energy Ltd will zusammen mit einem Unternehmen aus Kuba fünf Projekte starten, die insgesamt 250 Millionen US-Dollar kosten. In den Anlagen soll Bagasse als Energielieferant dienen. Der Abfallstoff entsteht bei der bei der Verarbeitung von Zuckerrohr. Die erste Anlage soll in der Ciro Redondo Zuckerfabrik entstehen und eine Leistung von 32 MW erzielen. Die Fabrik liegt etwa 40 Kilometer von Kubas Hauptstadt Havanna entfernt.
In der kubanischen Industrie spielt Zuckerrohr eine sehr große Rolle. Deshalb könnten mit Bagasse-Kraftwerken und Zuckerfabriken laut dem kubanischen Vizeminister für Zucker rund 40% des Energiebedarfs gedeckt werden. Experten schätzen, dass 56 Zuckerraffinerien mit Biomasse-Anlagen zur Stromproduktion erweitert werden können.
Diese Form der Stromgewinnung könnte die aktuell wenigen eigenen Kapazitäten des Landes im Bereich der Energiegewinnung deutlich erweitern. Studien zufolge könnte die gesamte Stromversorgung des Landes bis zum Jahr 2022 alleine durch Biomasse abgedeckt werden. Das kubanische Ministerium für Zucker hat die Nutzung der Potenziale, die Bagasse bietet, auch in seiner “kubanischen Energie-Revolution” aufgegriffen. (mh)




