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E10: ADAC wirft Mineralöl-Konzernen Abzocke vor

E10: ADAC wirft Mineralöl-Konzernen Abzocke vor
Das neue E10-Benzin sorgt für Ärger: Laut dem ADAC bieten einige Tankstellen den alten Kraftstoff (E5) nun deutlich teurer an. (Foto: © Pixelio / Morlok)

Ab sofort ist das neue Benzin mit einem zehnprozentigem Ethanol-Anteil (E10) an den ersten Tankstellen in Deutschland erhältlich. Nachdem der Ölkonzern Aral bereits die ersten Zapfsäulen mit dem neuen Bio-Sprit ausgestattet hat, wollen die Konzerne Esso, Shell, Total und Orlèn in Kürze ebenfalls mit der Umstellung beginnen. Preislich soll der Kraftstoff, der unter der Bezeichnung „Super E10“ angeboten wird, nicht teurer sein als herkömmliches Superbenzin mit fünfprozentigem Ethanol-Anteil (E5).

Doch es scheint so, als käme auf die Autofahrer, deren Fahrzeug nicht mit dem neuen Sprit betankt werden darf, eine böse Überraschung zu. Laut einer Mitteilung des ADAC bieten einige Tankstellen, an denen der neue Sprit bereits verfügbar ist, das herkömmliche Superbenzin nun auf Super- Plus-Preisniveau an. Der neue E10-Kraftstoff wird hingegen zum alten Preis des Superbenzins angeboten. Damit werde nach Ansicht des ADAC der Grundgedanke der vom Gesetzgeber gewollten Bestandsschutz- Regelung von den Ölkonzernen missachtet. “Wir werden uns gegen diese ungerechtfertigte Preistreiberei vehement zur Wehr setzen”, erklärt ADAC-Präsident Peter Meyer.

Schätzungen des ADAC und des Umweltbundesamts zufolge vertragen rund 90 Prozent der auf deutschen Straßen fahrenden Kraftfahrzeuge den neuen Kraftstoff. Nahezu alle jüngeren Modelle der deutschen Fahrzeughersteller sollen E10 problemlos tanken können. Wer wissen möchte, ob sein Fahrzeug E10 tanken darf oder nicht, sollte sich direkt an den Hersteller wenden oder einen Blick in die Liste mit E10-kompatiblen Fahrzeugen der Deutsche Automobil Treuhand (DAT) werfen.

Mit der Einführung des neuen Kraftstoffs soll zum einen durch die Verwendung von regenerativen Quellen (Bioethanol wird aus Pflanzen hergestellt) der CO2-Ausstoß gesenkt und zum anderen die immer weiter schrumpfenden Erdölreserven geschont werden. (ok)