NABU: EU-Energiegipfel enttäuschend
Der NABU bewertete die Ergebnisse des am 04. Februar in Brüssel geendeten EU- Energie-Sondergipfels als unzureichend und sehr enttäuschend. Das von der Bundesregierung an die EU-Kommission gemeldete nationale Energiesparziel, wonach sie bis 2020 nur noch eine Energieeinsparung von 12,8 statt wie vereinbart von 20 Prozent gegenüber 2008 anstrebt, wurde als viel zu niedrig kritisiert. „Statt für verbindliche Ziele und Maßnahmen zur Steigerung der Energie- effizienz in Europa einzutreten, findet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar mit dem Scheitern der bisherigen EU-Politik ab“, kritisiert NABU- Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Die Chefs der 27 EU-Mitgliedstaaten hätten zwar anerkannt, dass das erst im Juni 2010 beschlossene Effizienzziel einer 20-prozentigen Energieeinsparung bis 2020 verfehlt würde, wollten jedoch erst nach einer Überprüfung 2013 weitere Schritte erwägen.
Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte ein breites Bündnis von Vertretern aus Wirtschaft, Umwelt-, Verbraucherverbänden und Gewerkschaften verbindliche Energieeffizienzziele gefordert. „Die Bundesregierung scheut klare Vorgaben und mehr Druck aus Brüssel für die Verringerung des Energieverbrauchs, obwohl davon sowohl die Wirtschaft als auch die Verbraucher in Deutschland profitieren würden“, kritisierte Miller. Die angestrebten Klimaschutzziele würden allein mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien nicht erreicht, stellte der NABU klar.
Nachdem EU-Energiekommissar Günther Oettinger bereits im Dezember 2010 erstmals auf die ökologischen Risiken beim Anbau von Agrotreib- stoffen hingewiesen hatte, wurden zumindest diese Gefahren von den 27 EU-Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel anerkannt. Sie fordern jetzt auch, dass die Produktion nachhaltig gestaltet werden soll, was der NABU natürlich begrüßte. „Das ist zumindest ein kleiner Fortschritt“, so Claus Mayr, Europadirektor des NABU in Brüssel. (sk)




