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NRW plant Ausbau der Windenergie

NRW plant Ausbau der Windenergie
NRW will die Windenergie im Land erheblich ausbauen und hat dazu einen Erlass verfasst, der im Mai in Kraft treten soll. (Foto: © Pixelio / Sturm)

Auf der Energiemesse in Essen teilte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Die Grünen) mit, dass der Anteil der Windenergie in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2020 auf 15% gesteigert werden soll. Aktuell liegt er bei 3%.

Remmel zufolge arbeitet sein Ministerium gerade an einem Erlass, mit dem die von der Vorgänger-Regierung beschlossenen Einschränkungen für Windkraft-Anlagen aufgehoben werden sollen. Dazu gehört unter anderem die Beschränkung von Windkraft-Anlagen auf eine Höhe von 100 Metern (inzwischen sind leistungsstarke Anlagen bis zu 200 Meter hoch), was auch den Austausch alter Anlagen durch moderne, effektivere Anlagen erleichtern soll. Gegenüber der “Kölnischen Rundschau” erklärte Remmel, dass große Windräder mit 150 Meter Höhe etwa drei- bis viermal soviel Energie bringen wie kleine Windräder. Während bundesweit im Schnitt 60% aller Windräder über 140 Meter hoch sind, sind es in NRW derzeit nur 50%.

Außerdem soll die Zahl der Flächen, auf denen Windräder nicht zulässig sind, und der Mindestabstand zur Wohnbebauung reduziert werden. Der 40-seitige Erlass wurde mit den Ministerien für Umwelt und Wirtschaft abgestimmt und wartet nun auf die Zustimmung der Verbände. Remmel geht davon aus, dass dann der Erlass im Mai in Kraft treten kann.

Aktuell gibt es in NRW rund 2800 Windkraftanlagen, die einen Anteil von fast 50% des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms ausmachen. Der geplante massive Ausbau kann ohne die Akzeptanz der Bürger nicht erfolgen, das wissen auch die Verantwortlichen. Deshalb sollen im nächsten Schritt sogenannte Bürgerwindparks eingeführt werden. An diesen Windkraftanlagen können sich die Anwohner konzeptionell oder finanziell beteiligen. Dem Erlass zufolge wird die Toleranz für Emissionen und landschaftliche Veränderungen größer, je mehr Personen oder Gruppen sich an den Gewinnen beteiligen können. Außerdem soll eine Schlichtungsstelle für Konflikte eingerichtet werden. (mh)