UBA: Strompreiserhöhungen sind unverhältnismäßig
Einer Mitteilung des Umweltbundesamt (UBA) zufolge ist die erst kürzlich in Kraft getretene Erhöhung der Strompreis unverhältnismäßig. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Analyste des UBA haben die Energieversorger die gestiegene Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien nur als Vorwand für die neuerliche Preistreiberei genutzt.
Demzufolge sind rund 85 Prozent der Strompreiserhöhungen in den Jahren 2000 und 2010 nicht auf die Förderung von erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) zurückzuführen. Das UBA kritisiert, dass viele Stromanbieter die Erhöhung der EEG-Umlage als Möglichkeit genutzt hätten, ihre Preise erneut zu erhöhen. Angesichts gesunkener Preise an der Strombörse sei diese Argumentation der Energiekonzerne nicht nachzuvollziehen. Laut dem Umweltbundesamt würden die gesunkenen Kosten momentan nicht oder aber nur unzureichend an die Verbraucher weitergegeben.
Nach Ansicht des Umweltbundesamt ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass der Wettbewerb auf dem Strommarkt noch nicht zufriedenstellend funktioniere. “Gesamtwirtschaftlich gesehen verringern die erneuerbaren Energien Umwelt- und Gesundheitsschäden in Milliardenhöhe”, so Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts.
Mit Jahresbeginn 2011 hatten mit 609 Konzernen mehr als die Hälfte der Stromanbieter ihre Preise erhöht und dies mit höheren Kosten durch die gestiegene EEG-Umlage begründet. Etwa jeder zweite Haushalt in Deutschland muss höhere Strompreise zahlen. Weitere Konzerne hatten bereits angekündigt, im Laufe des Jahres ihre Preise zu erhöhen - aus demselben Grund. Dann sind zwei Drittel aller Haushalte betroffen. (ok)




