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Umwelthilfe warnt vor gefährlichem Kältemittel in Kfz-Klimaanlagen

Umwelthilfe warnt vor gefährlichem Kältemittel in Kfz-Klimaanlagen
Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge setzen deutsche Autohersteller noch immer das klimaschädliche Kältemittel R134a ein. (Foto: © Pixelio / Handke)

Obwohl seit Januar das Verbot der EU in Kraft getreten ist, dass Klimaanlagen in Neuwagen nicht mehr mit dem hochgradig gefährlichen Kältemittel R134a befüllt werden dürfen, sieht es so aus, als würden die deutschen Autohersteller dieses Verbot ignorieren und diese klimaschädliche Chemikalie weiter einsetzen. Die deutschen Hersteller hatten sich selbst darauf geeinigt, alternativ dazu die Chemikalie “HFO- 1234yf” einzusetzen, jedoch bislang nicht ein Modell vorgestellt, bei dem der Alternativvorschlag eingesetzt würde, kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Zudem wies sie darauf hin, dass die Alternativ-Chemikalie sicherheitsgefährdend sei.

Hintergrund der Verwendung von HFO-1234yf ist die Ächtung des bislang verwendeten teilfluorierenden Kohlenwasserstoffs R134a (chemisch: Tetraflourethan) im Rahmen des Kyoto-Protokolls, der etwa 1.430-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO2) ist. Außerdem sieht das Verbot der EU vor, dass ab Januar 2017 alle Fahrzeuge auf das schädliche Mittel verzichten sollen. Die DUH fürchtet, dass R134a noch viele weitere Jahre für Neuwagen genutzt wird, was zu einer zusätzliche Klimabelastung von mehreren Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten pro Jahr führe.

Die Deutsche Umwelthilfe wirft dem Präsident des Verbands der Auto- mobilindustrie Matthias Wissmann nun vor, Politik und Öffentlichkeit vorsätzlich getäuscht zu haben. 2007 habe der nämlich sein Wort gegeben, dass die Automobilindustrie künftig ausschließlich das natürliche Kältemittel CO2 verwenden werde. Das Wort habe er gebrochen, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Sicherheitsbedenken bezüglich der Einführung der Chemikalie 1234yf haben neben der Deutschen Umwelthilfe auch das Umweltbundesamt (UBA) sowie selbst die amerikanische Umweltbehörde EPA, die die Zulassung des brisanten Ersatzmittels 1234yf der amerikanischen Chemiemultis DuPont und Honeywell in Autoklimaanlagen trotz massiven Drucks der amerikanischen Autoindustrie auf die Behörde verweigert. Der Deutschen Umwelthilfe zufolge ist das Kältemittel leicht entflammbar und bilde im Kontakt mit heißen Gegenständen im Motorraum oder mit Wasser ätzende Flusssäure. Im Falle eines Unfalls bestehe für Fahrzeuginsassen und Rettungskräfte gar akute Lebensgefahr. (sk)