Strengere Umweltstandards für Schiffskraftstoffe gefordert
Der Naturschutzbund, der sich seit September des vergangenen Jahres zusammen mit der IG Metall Küste und anderen Umweltverbänden für eine Verschärfung der Umweltstandards auf den europäischen Meeren eingesetzt hatte, begrüßte nun die Bestätigung der Bundesregierung nach ihrer Forderung.
So heißt es in der Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen: „Die Bundesregierung begrüßt die von der EU-Kommission beabsichtigte Anpassung der bestehenden Richtlinie zum Schwefelgehalt von Schiffs- treibstoffen an die IMO-Vorgaben, weil so ein einheitlicher und effektiver Umwelt- und Gesundheitsschutz gewährleistet wird.“ Den IMO-Vorgaben zufolge darf ab dem Jahr 2015 ein Schwefelgrenzwert von 0,1 Prozent für Schiffstreibstoffe in Nord- und Ostsee nicht überschritten werden. Zudem will sich die Bundesregierung auch für weitere Schwefelemissions- überwachungsgebiete (Sulphur emission control areas, kurz: SECA) einsetzen. “Die Einrichtung weiterer SECA in europäischen Gewässern kann zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen beitragen.”
Nach Auffassung des NABU-Bundesgeschäftsführers Leif Miller „dürfe es die Regierung jedoch jetzt nicht bei Lippenbekenntnissen belassen”, sondern müsse entschieden für eine Reduzierung des Schwefelgehalts in dem Schiffskraftstoff kämpfen, da selbst der für 2020 geplante globale Grenzwert von 0,5 Prozent immer noch 500mal mehr Schwefel enthalte als im Straßenverkehr der EU erlaubt sei. Laut Miller müsse der Grenzwert deshalb eigentlich deutlich niedriger angesetzt werden.
Zumindest „das aggressive Werben für eine Lockerung der Standards durch Wirtschaftsverbände wie dem Verband Deutscher Reeder (VDR) und der IHK Nord habe keinen Erfolg gehabt“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. Sie forderte die Unternehmen auf, endlich in umweltgerechtere Schiffe zu investieren, um so Arbeitsplätze auf den deutschen und europäischen Werften sowie in der Zulieferindustrie zu sichern. (sk)




