Ölpest bedroht norwegische Tierschutzgebiete

Vor der Südküste Norwegens ist am Donnerstag der isländische Öltanker “Godafoss” auf Grund gelaufen. Diversen Medienberichten zufolge fließt aus zwei leckgeschlagenen Tanks Schweröl aus, das schon jetzt die Inseln Akerøya und Asmaløy im Skagerrak erreicht hat. Diese gehören zu dem einzigen maritimen Nationalpark Norwegens (”Ytre Hvaler”) und sind Lebensraum für unzählige Arten. WWF-Meeresexperte Stephan Luttner zufolge ist das Gebiet die Heimat von zahlreichen Seevögeln, Robben und Hummerbeständen und mehr als 6000 weitere Tier- unf Pflanzenarten, von denen heute schon mehr als 220 als bedroht gelten. Außerdem gibt es unter der Meeresoberfläche ein Kaltwasserkorallenriff von rund 5000 Quadratmetern Größe.
Spezialisten aus Norwegen und Schweden versuchten eine Ausbreitung der Ölpest zu verhindern, indem das Öl abgepumpt wurde und Sperringe ausgelegt wurden. Unklar war, wie viel Öl tatsächlich austreten konnte. In Berichten wird von 250 bis 800 Tonnen Schweröl gesprochen.
Am gestrigen Freitag berichtete die Umweltorganisation WWF, dass sich der Ölteppich auf eine Länge von 10,5 Kilometer ausgedehnt habe, der WWF vermutet, dass mindestens 375 Tonnen Öl ausgelaufen sind. Ornithologen haben schon die ersten Vögel mit ölverklebtem Gefieder beobachtet, doch das tatsächliche Ausmaß der Ölkatastrophe vor Norwegen wird wohl erst in ein paar Tagen sichtbar werden.
Inzwischen teilten die Behörden mit, dass die Lecks am Schiff komplett verschlossen wurden. Der Frachter war mit 439 Containern beladen auf dem Weg von der norwegischen Stadt Frederiksstad in das schwedische Helsingborg. Warum er auf Grund lief, ist aktuell noch nicht bekannt. Die Besatzung, die aus 14 Personen bestand, wurde bei dem Unglück nicht verletzt und konnte an Bord bleiben. (mh)




