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NRW: 45% der Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet

NRW: 45% der Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet
Die neue Rote Liste des Landes NRW zeigt an, dass noch immer ca. 45% aller Tier- und Pflanzenarten gefährdet sind. (Foto: © Pixelio / Hagir25)

Am Montag dieser Woche wurde die neue “Rote Liste” der bedrohten Arten in NRW vorgestellt und dabei zeigte sich, dass sich die Lage der Tier- und Pflanzenarten immer noch nicht verbessert hat. Nachdem in den letzten elf Jahren die Entwicklung von 12.000 Tier- und Pflanzenarten (das ist etwa ein Viertel aller Arten in NRW) beobachtet wurde, steht nun fest: Noch immer sind 45 Prozent aller in Nordrhein- Westfalen lebenden Arten gefährdet.

Allerdings gab es bei einzelnen Arten durchaus große Veränderungen - im positiven und im negativen Sinn. Durch verschiedene Naturschutz-Maßnahmen wie z.B. die Renaturierung von Gewässern konnten sich einige Arten wie Bachforellen, Fischotter und Lachse etwas erholen und auch der Bestand des Feldhasen ist nicht mehr so kritisch. Dank gezielter Artenschutzprogramme ist auch der Biber, Uhu und Weißstorch weniger gefährdet als noch 1999.

Allerdings sind andere Tierbestände in dieser Zeit deutlich geschrumpft, vor allem die Arten, deren Lebensraum durch die Intensivierung der Landwirtschaft immer weiter eingeschränkt wurde. Das sind z.B. Bienen, Feldlerchen, Feldsperlinge, Kuckuck, Schmetterlinge und Wespen, aber auch Pflanzen wie die Wiesen-Schlüsselblume. NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) mahnte angesichts dieser Ergebnisse, die er als “mehr als dunkelrote Warnleuchte” bezeichnete, mehr Gründland und weniger Flächenverbrauch an. Die Landesregierung will nun versuchen, die bislang 15 Hektar Naturfläche, die jeden Tag in Bau- und Ackerland umgewandelt wird, auf 5 Hektar zu reduzieren.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert Konsequenzen aus der neuen Roten Liste. Die Landesregierung soll dem Artenschutz ein stärkeres Gewicht geben als es bislang der Fall war, denn von einem Stopp des Artenschwunds sei NRW noch weit entfernt, kritisierte Josef Tumbrinck, der Landesvorsitzende des NABU NRW. (mh)