Klimawandel lässt Permafrostböden schmelzen

Laut einer aktuellen Studie des US- Schnee- und Eisdatenzentrums (NSIDC) an der Universität von Colorado werden durch die globale Erwärmung bis 2200 ein bis zwei Drittel (29 bis 59 Prozent) der weltweiten Permafrostböden aufgetaut sein. Dadurch, so die Berechnung der Wissenschaftler, werden zusätzlich rund 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Form von klimaschädlichen Treibhausgasen in die Atmosphäre gelangen. Es dauerte zwar Zehntausende Jahre bis sich der Permafrost geformt hat, bis zum Abtauen wird es den Forschern zufolge aber nur 200 Jahre dauern. Die aktuellen Klimaschutzziele seien deshalb viel zu niedrig. Doch wie kann das Auftauen der Dauerfrostböden zu einem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen führen?
Den Forschern zufolge lagern insbesondere in den gefrorenen Böden Russlands und Kanadas seit der letzten Eiszeit viele Milliarden Tonnen gefrorener Pflanzenreste. Genauer gesagt stammt das Material noch aus dem Pleistozän, der vor etwa 2,58 Millionen Jahren begann. Tauen die Flächen nun durch die fortschreitende Erderwärmung auf, beginnen diese Pflanzenreste zu verrotten, wodurch vor allem das stark klimaschädliche Methan (CH4), aber auch Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangen würde. Die Forscher gingen in ihren Berechnungen von einer Erwärmung von zwei bis drei Grad Celsius bis zum Jahr 2200 aus.
“Die Menge an freigesetztem Kohlenstoff entspricht etwa der Hälfte des Kohlenstoffs, der seit dem Beginn des industriellen Zeitalters freigesetzt worden ist”, sagt NSIDC-Wissenschaftler Kevin Schaefer. “Das ist eine Menge Kohlenstoff.” Laut Schaefer müssen die Emissionen nun noch stärker zurückgefahren werden, um die Treibhausgase, die aus dem Permafrost freigesetzt werden, kompensieren zu können. “Andernfalls werden wir eine wärmere Erde haben als uns lieb ist”, so Schaefer.
Schaefer vergleicht den Prozess mit einem Broccoli im heimischen Gefrierschrank: “So lange es gefroren ist, bleibt es für viele Jahre stabil. Wenn du es aber herausnimmst, beginnt es zu tauen und zu verrotten.”





