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Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Immer noch Öl an den Küsten

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Immer noch Öl an den Küsten
Auch fast ein Jahr nach der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko werden noch immer Ölteppiche an die Küsten gespült. (Foto: © NASA)

Am 20. April 2011 jährt sich die Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko und somit auch die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA zum ersten Mal. Plattformbetreiber BP will die Aufräumarbeiten am Golf in Kürze beenden. In den Zeitungen ist nur selten noch etwas von der Ölpest zu lesen. Auch wenn die Aufmerksamkeit der Medien zehn Monate nach der Katastrophe nicht mehr auf den Golf gerichtet ist, setzt sich der Alptraum für die Menschen und Tiere an der Golfküste noch immer fort.

Laut einem Bericht des Louisiana Department of Wildlife and Fisheries wird auch fast ein Jahr nach der verheerenden Explosion der Deepwater Horizon noch immer Öl vom Meer an die Küsten gespült. So haben nun auch Ölteppiche die Strände von Elmers Island, Bay Jimmy, Red Fish Bay und dem Wildschutzgebiet Pass-a-Loutre erreicht. Robert Barham vom Department of Natural Resources bezeichnet den geplanten Abzug der BP-Reinigungstrupps als inakzeptabel. Die Tatsache, dass immer noch Öl an die Küsten gespült wird, zeige, dass es immer noch viel Arbeit gibt.

Am schlimmsten scheint Elmers Island im Jefferson Parish, Louisiana, betroffen zu sein. Neben dichten Ölteppichen werden hier auch immer wieder große Teerklumpen angespült. Der Bereich ist noch immer für die Fischerei und den Tourismus gesperrt, was sich angesichts der neuen Meldungen auch nicht so schnell ändern wird. Es ist unklar, ob Ölriese BP seine Reinigungsarbeiten an der Golfküste fortsetzen wird. Zwar teilte das Unternehmen mit, die Golfküste auch weiterhin genau im Blick haben zu wollen, ob man jedoch die Reinigungsarbeiten im gleichen Umfang wie bislang fortführen wird, bleibt abzuwarten.

Auch die Tierwelt leidet weiter unter der Ölkatastrophe. So berichteten Wissenschaftler des Institute for Marine Mammal Studies vor einigen Tagen, dass die Zahl der tot angespülten Delfin-Babys an der Golfküste zehn Mal höher liegt als in anderen Jahren. Es ist die erste Geburtssaison seit der Ölkatastrophe im April 2010. Bislang wurden 17 tote Delfin-Babys an die Küsten von Alabama und Mississippi angespült. In anderen Jahren waren es nur ein bis zwei tote Neugeborene. Die Delfine bringen ihren Nachwuchs im Januar und Februar zur Welt. Noch müsse untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Ölkatastrophe und den toten Delfinen gibt. Es sei jedoch äußerst merkwürdig, dass die Zahl der toten Säuger in diesem Jahr so sprunghaft zugenommen hat. (ok)