Greenpeace: Ökostrom oft eine Mogelpackung
Für Strom aus regenerativen Energie- quellen greifen Verbraucher auch gerne mal ein wenig tiefer in den Geldbeutel. Doch Ökostrom ist nicht immer gleich Ökostrom. So teilt Greenpeace mit, dass das Risiko sehr hoch ist, bei der Wahl eines Ökostromtarifs einer Mogelpackung aufzusitzen. Verbraucherschützer und Umweltorganisationen vermuten, dass sich so manch ein Versorger ein grünes Image geben und normalen Strom als Ökostrom deklarieren, dafür jedoch die höheren Strompreise verlangen könnte.
Verantwortlich dafür sind die sogenannten Grünstromzertifikate, die in ganz Europa gehandelt werden. Damit können die Stromversorger bei gestiegener Nachfrage auch solchen Strom als Ökostrom deklarieren, der gar nicht aus regenerativen Energiequellen, sondern zum Beispiel aus Atom- und Kohlekraftwerken stammt. Als Beispiel nannte Greenpeace den Ökostrom-Tarif der Münchner Stadtwerke. Der Leiter der Stadtwerke hält die oben genannte Praxis jedoch nicht nur für legitim, sondern sogar für unverzichtbar, um die Nachfrage nach Ökostrom bedienen zu können.
Verbraucher sollten sich also vor dem Abschluss eines Vertrags genau darüber informieren, ob es sich bei dem angebotenen Strom auch wirklich um Ökostrom aus regenerativen Energiequellen handelt. Bei der Wahl des Tarifs sollte also unbedingt ein Blick in die Geschäftsbedingungen des Anbieters geworfen werden. Eine weitere Orientierungshilfe bieten die Ökostrom-Label, wie das Gold Label von GSL (Grüner Strom Label), mit dem nur Tarife zertifiziert werden, die zu 100% Strom aus regenerativen Energiequellen wie Biomasse, Geothermie und Windkraft bereitstellen.
Auch das sogenannte ok-Power-Label vom Verein “Energie Vision”, der von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dem WWF und dem Freiburger Öko-Institut getragen wird, kennzeichnet Ökostrom. Weitere Informationen zu den Ökostrom-Labeln finden Sie hier. (ok)




