Öko-Test: Hoher Quecksilbergehalt in Thunfisch

Wie ist es um die Qualität von Thunfisch aus der Dose bestellt? Das Frankfurter Verbrauchermagazin „Öko-Test“ hat für sein aktuelles Heft 24 Thunfisch-Dosen zur Untersuchung ins Labor geschickt sowie gemeinsam mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) einen sehr ausführlichen Nachhaltigkeitstest durchgeführt. Das Ergebnis ist nicht erfreulich. So kam man zu dem Ergebnis, dass der Thunfisch nicht nur sehr stark mit Quecksilber belastet ist, sondern die Anbieter sich gegenüber dem Verbraucher alles andere als auskunftsfreudig zeigen, wenn es um die Deklarierung (Thunfischart, Fanggebiet oder Fangmethode) geht.
So nehmen viele Fischereien das Thema nachhaltiger Fischfang noch immer nicht ernst. Weltweit werden jedes Jahr 4,5 Millionen Tonnen Thunfisch aus den Weltmeeren geholt und deshalb zählt Thunfisch zu den Fischsorten, die vom Aussterben bedroht sind. Zudem gehen beim Thunfischfang mithilfe von Lockbojen neben Delfinen auch andere Tiere wie Meeresschildkröten, Hochseehaie und Schwertfische ins Netz und werden als Beifang häufig schwer verletzt und praktisch zum Tode verurteilt wieder ins Meer zurückgeworfen.
Keines der getesteten Thunfisch-Produkte war frei von Quecksilber. Der Thunfisch reichert das giftige Schwermetall im Laufe seines Lebens nach und nach in seinem Körper an. Zwar hat keines der getesteten Produkte die gesetzlichen Grenzwerte überschritten, jedoch weisen die Tester darauf hin, dass der Grenzwert für Thunfisch doppelt so hoch angesetzt ist wie für andere Fische. Aufgrund dessen orientierten sie sich daher an den Werten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Schwangere und wiesen darauf hin, dass Schwangere und Stillende nur wenig oder noch besser gar keinen Thunfisch verzehren sollten.
Der ausführliche Test der Thunfischdosen mit allen Testergebnissen ist in der März-Ausgabe des Verbrauchermagazins zu finden, die ab heute für 3,80 Euro im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. (ok)




