2010: Höherer Stromverbrauch als 2009
Einer von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen durchgeführten Analyse zufolge ist der Bruttostromverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent gestiegen. Der Energieverbrauch ist in Deutschland schon seit 1990 rückläufig, infolge der Wirtschaftskrise sank der Verbrauch 2009 auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 70er Jahre. Im vergangenen Jahr lag der Stromverbrauch demnach fast wieder auf dem Niveau von vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2008.
Der Anstieg des Stromverbrauchs hat mehrere Gründe: Neben dem günstigen Konjunkturverlauf hat vor allem die kühlere Witterung zu einem höheren Energieverbrauch geführt. So stieg der Verbrauch von Mineralöl um gut 1 Prozent, der Erdgasverbrauch um 4,2 Prozent, der Steinkohleverbrauch um mehr als 15 Prozent und der Energieverbrauch aus Atomenergie um rund 4 Prozent.
Die Analyse ergab, dass sich auch der Anteil erneuerbarer Energien als Stromquelle verändert hat und im Bereich der Biomasse (12 Prozent), Wasserkraft (3 Prozent) und Photovoltaik (über 80 Prozent) angestiegen ist. Die Stromerzeugung aus Windkraft ist - u.a. wegen schlechterer Windverhältnisse - dagegen um 5,5 Prozent zurückgegangen. Insgesamt stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch somit von 8,9 Prozent auf 9,4 Prozent.
Insgesamt konnte der Ausstoß von Treibhausgasen trotz des höheren Anteils erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung nicht reduziert werden, sondern erhöhte sich um 4 Prozent. Schuld daran ist der insgesamt höhere Strombedarf, der bislang nicht durch erneuerbare Energien alleine gedeckt werden kann. Da deshalb vor allem der Anteil der Steinkohle am Energiemix in Deutschland stark angestiegen ist, sind höhere CO2-Emissionen gemessen worden. (mh)





