EEG-Umlage soll künftig unter drei Cent pro Kilowattstunde liegen
Die am Donnerstag mit den Stimmen der schwarz-gelben Koalition im Bundestag beschlossene Kürzung der Solarförderung wurde von der Solarwirtschaft begrüßt. Die vorgezogene, zubauabhängigen Anpassung der Solarförderung werde dazu beitragen, dass sich der deutsche Photovoltaik-Markt auf einen jährlichen Zubau von drei bis fünf Gigawatt einpendeln werde und somit die Umlage für Solarstrom auf unter drei Cent pro Kilowattstunde begrenzt werden könne, äußerte einem Artikel von „Welt Online“ zufolge der Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Günther Cramer.
Die von allen Verbrauchern über die Stromrechnung gezahlte Umlage zum Ausbau von Strom aus Wind, Sonne oder Biomasse (EEG-Umlage) war Anfang des Jahres von 2 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde gestiegen – mehr als die Hälfte davon entfiel auf die Milliardenförderung für den Solarstrom. Die Erhöhung der Umlage nutzten viele Versorger dazu, ihre Preise generell anzuheben. Deshalb beschloss der Bundestag ebenfalls die Kappung des sogenannten Grünstromprivilegs, der von 2012 an gelten soll. Demnach soll die Befreiung, die bislang für Stromanbieter galt, die mindestens 50 Prozent Ökostrom angeboten haben, auf zwei Cent pro Kilowattstunde beschränkt werden.
Die Gelder für Sonnenstrom sollen bis Juli diesen Jahres um bis zu 15 Prozent gekürzt werden. Bis Januar 2012 könnte die Förderung bis maximal 24 Prozent schrumpfen. Dadurch will die Regierung versuchen, den Photovoltaik-Boom einzudämmen, der für die stark gestiegene Öko- Umlage mitverantwortlich ist. Aufgrund des zu erwartenden geringeren Zuwachs bei der Photovoltaik und weil mehr Ökostrom auch die Groß- handelspreise an der Strombörse dämpfe, könne die Umlage nun wieder sinken, so die Ökoenergie-Branche. Die Umlage für 2012 wird von den Netzbetreibern Mitte Oktober bekanntgegeben.
Das Umweltbundesamt fordert außerdem mehr Transparenz auf den Stromrechnungen der Verbraucher. So soll künftig neben den direkten Kosten erneuerbarer Energien auch deren ökonomischer Nutzen beziffert werden. “So wie die Umlage für erneuerbare Energien jetzt auf den Rechnungen ausgewiesen ist, suggeriert das viel zu hohe Zusatzkosten für die Verbraucher”, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth in einem Interview mit dem heute erscheinenden “Spiegel”. (sk)




