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Warnung vor Bio-Lebensmitteln aus China

Warnung vor Bio-Lebensmitteln aus China
Viele als Bio-Produkte deklarierte Lebensmittel aus China entsprechen nicht den deutschen Kriterien für Bio-Lebensmittel. (Foto: © Sten Porse / Wikipedia)

Einem Bericht der Berliner Tageszeitung “taz” zufolge warnen momentan deutsche Lebensmittelkontrolleure ausdrücklich vor dem Kauf von Bio-Lebensmitteln, die aus China importiert wurden. Diese würden dem Bericht zufolge häufig nicht den in Deutschland geltenden Bio-Kriterien entsprechen und zudem oft Spuren von Pestiziden enthalten, wie Untersuchungen gezeigt haben. Deshalb verweigerte die international tätige Kontrollstelle CERES sogar einer kompletten Produktgruppe das Bio-Siegel. Hiervon betroffen waren die bei Verbrauchern sehr beliebten Goji-Beeren (”Gemeiner Bocksdorn”), bei denen in 15 bis 20% der untersuchten Proben viel zu hohe Pestizidrückstände nachgewiesen wurden. Deshalb wurde die Zertifizierung dieser Beeren für das aktuelle Jahr komplett abgebrochen.

Peter Schaumberger, Leiter des Instituts für Marktökologie (IMO), ist der “taz” zufolge der Ansicht, dass die Gefahr eines Betrugs oder anderer Unregelmäßigkeiten bei den Produkten aus China “besonders hoch” ist. Das Problem sei, dass das Bewusstesein für “Bio” in China nicht so sehr ausgeprägt sei wie in Europa, deshalb könne es leichter passieren, dass Bio-Ware mit konventioneller Ware vermischt wird, wenn die Nachfrage das Angebot an verfügbaren Bio-Lebensmitteln übersteigt.

Insgesamt bestanden die häufigsten Probleme darin, dass chemische Insektizide und Dünger verwendet wurden und dass Bio-Ware mit den Produkten aus konventioneller Herstellung vermischt wurden. Auf ihre Anfrage bei der chinesischen Botschaft zu diesem Problem erhielt die “taz” nach eigenen Angaben keine Antwort.

Trotz dieser Erkenntnisse will die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung die Genehmigung für den Verkauf von Bio-Produkten aus China aufrechterhalten. BLE-Agraringenieurin Margit Backes verwies auf konkrete und belastbare Hinweise mit Firmennamen, die für einen Entzug der Genehmigung erforderlich seien. Die BLE hat 2010 insgesamt 21 der rund 1900 erteilten Vermarktungsgenehmigungen für Bio-Produkte aus dem Ausland widerrufen. (mh)