Große Fluglinien nur Mittelmaß im Öko-Ranking
Die Klimaagentur atmosfair hat 103 Flugzeugtypen und 22 Millionen Flüge unter die Öko-Lupe genommen und damit 92 Prozent des weltweiten Luftverkehrs auf ökologische Kriterien hin analysiert. Die sogenannten Billigflieger wurden in der Analyse nicht berücksichtigt. In dem Test schnitten die renommierten Fluglinien vergleichsweise schlecht ab. Vor allem die Flugzeugtypen, das Alter der Flotte, aber auch Kurzstreckenverbindungen, eine schlechte Auslastung und größere Beinfreiheit waren Kriterien, die für Punktabzug verantwortlich waren.
Klimaforscher und atmosfair-Schirmherr Mojib Latif erklärte, dass Passagiere zukünftig anhand einer neuen Kennzeichnung von A bis G erkennen können, welche Airlines und welcher Flug klimafreundlicher ist und welche(r) nicht. So soll der Faktor Klimaeffizienz stärker als bislang in den Wettbewerb einfließen können. Bei der aktuellen Analyse erreichte keine Airline die beiden besten Kategorien A und B. Auf der Internatio- nalen Tourismusbörse (ITB), die nächste Woche (9. bis 13. März) in Berlin stattfindet, sollen de Ergebnisse der Studie im Detail vorgestellt werden.
Die gemeinnützige GmbH atmosfair wurde im Mai 2005 gegründet. Ihr Ziel ist es, Flugpassagiere über die Auswirkungen des Flugverkehrs auf das Weltklima zu informieren und Alternativen anzubieten. So kann jeder Reisende mithilfe eines Emissionsrechners auf der Website von atmosfair ausrechnen, wie viel Klimagase seine Reise verursacht und wie viel es kosten würde, eine vergleichbare Menge in Klimaschutzprojekten einzusparen. Ein Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main nach Miami, Florida verursacht beispielsweise pro Fluggast 5.280 kg CO2. Zum Vergleich: Durch ein Jahr Autofahren (12.000 km) werden “nur” 2.000 kg des klimaschädlichen Treibhausgases in die Atmosphäre abgegeben. Um die durch den Flug verursachten CO2-Emissionen zu kompensieren, müssten 122 Euro in Klimaschutzprojekte investiert werden.
Wer möchte, kann diese Summe selbst über atmosfair re-finanzieren. Passagiere zahlen also freiwillig für die von ihnen verursachten CO2- Emissionen und finanzieren so Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte, in denen Treibhausgase eingespart werden. Alle von atmosfair unterstützten Klimaschutzprojekte befinden sich in Entwicklungsländern und werden nach strengen Kriterien ausgewählt. Sie werden von Gremien und technischen Organisationen kontrolliert und folgen dem Klimaprotokoll von Kioto. (mh)




