Bundesumweltminister Röttgen hält an E10 fest

Das Chaos um die Einführung des neuen “Bio”-Kraftstoffs E10 hat dazu geführt, dass vorerst keine weiteren Tankstellen mehr den neuen Kraftstoff anbieten. Die Verbraucher sind so verunsichert, dass sie lieber auf Alternativen wie das mittlerweile günstigere Super Plus ausweichen und das E10 schon jetzt zum Ladenhüter geworden ist. Die Beteiligten schieben sich gegenseitig die Verantwortung für das Dilemma zu, doch Bundesumwelt- minister Norbert Röttgen (CDU) hält an der Einführung fest und betont in der “Bild am Sonntag”, dass Deutschland durch den E10-Kraftstoff unabhängiger vom Öl werden soll.
Die Opposition wirft der Regierung vor, die Einführung des Biosprits gegen ihren Widerstand durchgedrückt zu haben, was Röttgen explizit zurückweist. Es gab “einen Konsens über die Parteigrenzen hinweg” und die rot-gründe Opposition und alle Bundesländer haben der Einführung von E10 zugestimmt, betonte Röttgen.
Die Verunsicherung der Autofahrer über einen möglichen Wechsel zum E10-Sprit wird auch durch die täglich neuen Informationen nicht geringer, im Gegenteil. In der “Welt am Sonntag” warnte Thomas Brüner, Leiter der Mechanikentwicklung bei BMW davor, dass der Einsatz von E10 zu einem schnelleren Motorenverschleiß führen könnte, da durch den auf 10 Prozent gestiegenen Ethanolanteil die Wassermenge im Motor zunehme, was zur Folge hat, dass das Öl entsprechend schneller verdünnt und somit auch schneller altert. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wollen BMW und auch Daimler nun in Tests herausfinden. Den Autofahrern, die E10 tanken, wird auf jeden Fall empfohlen, öfter ihr Öl zu kontrollieren, um eine mögliche Verdünnung rechtzeitig zu bemerken.
Mit der Einführung von E10 will Deutschland CO2-Emissionen verringern, doch Umweltverbände wie der BUND sehen in dem neuen Biosprit eine Mogelpackung. Für den Anbau des für die Ethanol-Produktion benötigten Zuckerrohrs werden in Brasilien riesige Regenwald-Flächen abgeholzt, was der CO2-Bilanz wenig zuträglich ist. (mh)





