EEG-Umlage: Rechenfehler kostet Verbraucher 882 Millionen Euro
Das Verbraucherportal Verivox hat vor einigen Tagen ausgerechnet, wie sich die zu hoch angesetzte EEG-Umlage auf die Stromkosten der Verbraucher ausgewirkt hat. Der Berechnung zufolge hat die falsch berechnete EEG-Umlage dafür gesorgt, dass die Verbraucher in diesem Jahr 882 Millionen Euro zu viel für ihren Strom gezahlt haben. Die EEG-Umlage wird unter anderem danach bestimmt, wie stark der Zubau von Solaranlagen ausfällt. Zum Jahreswechsel wurde die Umlage von 2,047 Cent auf 3,530 Cent pro Kilowattstunde erhöht worden, doch tatsächlich wurden im vergangenen Jahr viel weniger neue PV-Anlagen installiert als vorher angenommen. Damit ist die Umlage viel zu hoch, laut Bundesumweltministerium hätte eine Erhöhung auf 2,7 Cent ausgereicht.
Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox, erklärt, dass zu diesem Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden könne, ob es sich bei der falschen Berechnung um einen Rechenfehler oder sogar um Absicht handele, doch egal wie die falschen Zahlen zustande kamen, sie stellen in jedem Fall eine “unnötige Belastung privater Haushalte” dar. Für einen Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3500 kWh sind den Berechnungen zufolge 22 Euro zuviel Kosten entstanden.
Für 2010 hatten die Übertragungsnetzbetreiber die Umlage allerdings zu niedrig angesetzt, d.h. hier ist eine Nachzahlung von 0,3 Cent pro Kilowattstunde auszugleichen. Berücksichtigt man dies alles, müsste die EEG-Umlage für das laufende Jahr 3 Cent pro Kilowattstunde betragen. Tatsächlich müssen die Verbraucher jedoch 3,5 Cent zahlen. Rechnet man dies nun auf alle Privathaushalte in Deutschland hoch, ergeben sich Mehreinnahmen für die Netzbetreiber in Höhe von 882 Millionen Euro.
Diese überschüssige Summe soll auf die EEG-Umlage 2012 angerechnet werden. Das Umweltministerium geht davon aus, dass im kommenden Jahr eine Umlage von unter 3 Cent möglich ist. Bleibt abzuwarten, ob dies auch tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt. (mh)




