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Benzin-Gipfel: Biosprit E10 bleibt

Benzin-Gipfel: Biosprit E10 bleibt
Auf dem gestrigen Benzin-Gipfels wurde die Beibehaltung von E10 bestätigt und eine bessere Informationspolitik beschlossen. (Foto: © Jeger / Pixelio)

Am Dienstag folgten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden der Einladung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zum sogenannten Benzin- Gipfel, auf dem über das Debakel bei der Einführung des Bio-Sprits E10 diskutiert werden sollte. Die Beteiligten, unter ihnen auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (beide von der CSU), einigten sich in weniger als drei Stunden darauf, dass die Einführung von E10 nicht rückgängig gemacht, sondern fortgesetzt wird.

Um die weiter anhaltende Verunsicherung der Verbraucher zu schmälern und sie zu der Abnahme des E10-Bio-Kraftstoffs zu überzeugen, soll der Informationsfluss verbessert werden. So wurde beschlossen, dass ab sofort an den Tankstellen “rechtsverbindliche Listen” ausliegen sollen, in denen Autofahrer nachsehen können, ob ihr Fahrzeug den neuen Biosprit verträgt oder nicht. Bislang haben die Tankstellen keine Auskunft erteilt, da sie befürchtet haben, bei unwissentlich falschen Auskünften im Fall von Schäden in Haftung genommen zu werden.

Für den Chef der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, ist das noch nicht genug. Er forderte von den Fahrzeugherstellern eine Garantieerklärung für jeden Wagen. Und auch Ansgar Klein, Chef des Kfz-Händlervereins BVfK ist nicht überzeugt, sondern fürchtet langfristige Schäden, die der E10-Kraftstoff an den Autos verursachen kann und auf denen sowohl die Autofahrer als auch die Gebruachtwagenhändler sitzenbleiben.

Auch von Seiten der Umweltverbände hagelt es weiter Kritik hinsichtlich der angeblichen Klimaschutzvorteile, die E10 bringen soll. Greenpeace- Experte Martin Hofstetter weist darauf hin, dass Biosprit sogar eher umweltschädlich ist und dass die weltweite Versorgung mit Lebensmittel in Gefahr geraten könnte, wenn immer mehr Flächen zum Anbau von Zuckerrüben und Mais als Rohstoffe für Ethanol eingesetzt werden, die dann nicht mehr für andere Lebensmittel genutzt werden können. Ähnlich argumentiert auch Grünen-Chef Cem Özdemir und die Hilfsorganisation “Brot für die Welt”, die davor warnen, Lebensmittelanbau zugunsten der Ethanolproduktion zu verringern. (mh)