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Handys und Smartphones: Umweltbundesamt fordert mehr Recycling

Handys und Smartphones: Umweltbundesamt fordert mehr Recycling
Jochen Flasbarth, Chef des Umweltbundesamtes, fordert die Handyhersteller zu einem sorgsameren Umgang mit Rohstoffen auf. (Foto: © Grabscheit / Pixelio)

Fast täglich drängen neue Smartphones und Handys auf den Markt. Hersteller wie Apple, Samsung oder HTC versorgen die Nutzer jährlich mit neuen Versionen ihrer Erfolgsgeräte, die von den Fans stets heiß erwartet und schnell gegen das alte Gerät ausgetauscht werden. Wenn es sich nicht gerade um Luxus-Smartphones handelt, die sich noch zu Geld machen lassen, landen die meisten Geräte nach der Anschaffung eines aktuellen Modells in irgendeiner Schublade oder sogar im Müll. Dabei sind die Handys wahre Rohstofflager. Einige der Stoffe, die in mobilen Geräten zum Einsatz kommen, sind sogar so selten, dass sie - sofern die Industrie wie jetzt weitermacht - in wenigen Jahren komplett aufgebraucht sind. Ersatzstoffe gibt es bislang noch nicht. So reicht das dringend für Handys benötigte Tantal Schätzungen zufolge nur noch für etwa 25 Jahre. Das silberfarbene Schwermetall Indium, das in LCDs zum Einsatz kommt, ist Forschern zufolge sogar schon in etwa sechs Jahren aufgebraucht. Hier ist ein Umdenken gefordert.

Der Chef des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, fordert die Handy- Hersteller daher zu einem sorgsameren Umgang mit den extrem seltenen Rohstoffen auf. “Wir brauchen den sparsamsten Einsatz von Rohstoffen, langlebige Produkte und ein gutes Recycling”, sagte er gegenüber dem “Hamburger Abendblatt”. Statt mit einem guten Recycling würden die Hersteller die Rohstoffknappheit derzeit mit möglichst günstigen Handels- vereinbarungen mit den Lieferländern lösen. Dieses Vorgehen ist laut Flasbarth viel zu kurzsichtig und alles andere als nachhaltig.

Flasbarth fordert von den Mobilfunkanbietern eine Belohnung für Nutzer, die ihr altes Handy zurückgeben. “Warum bieten die Mobiltelefonanbieter nicht jedem eine Gutschrift an, der sein altes Telefon zurückbringt, bevor er ein neues kauft? Das wäre auch gut für die Umwelt.” Den Wert der ausrangierten Handys, die in deutschen Haushalten ungenutzt in Schubladen und Schränken liegen, beziffert das Umweltbundesamt auf rund 65 Millionen Euro. Diese Geräte stehen dem Recycling nicht zur Verfügung und die darin enthaltenen seltenen Rohstoffe können nicht erneut genutzt werden. Dies führt wiederum dazu, dass ständig neue Abbaugebiete gesucht und neue Minen errichtet werden.

Den Mobilfunkanbietern wirft Flasbarth vor, die Nutzer mit ihrer Tarif- struktur ständig zu einer Neuanschaffung von Handys zu drängen: “Innovativ und ressourcenschonend wäre es, statt bei Vertragsver- längerung immer ein neues Gerät zu subventionieren, dem Kunden eine kostenlose Dienstleistung zu schenken.” Einige Mobilfunkanbieter wie zum Beispiel Vodafone, E-Plus oder T-Mobile bieten zwar für den Nutzer kostenlose Recyclingprogramme an, oft ist diese Möglichkeit den Kunden aber gar nicht bekannt. Welche seltenen Stoffe sich Handys und Smartphones befinden, können Sie hier nachlesen (PDF). (ok)