Japan: Ladestationen für Elektroautos an Getränkeautomaten

In kaum einem anderen Land auf der Erde gibt es so viele Automaten wie in Japan. Nahezu jedes Produkt ist im Land der aufgehenden Sonne bei Bedarf rund um die Uhr am Automat an der Ecke erhältlich. Besonders in Shibuya, dem kommerziellen Zentrum Tokios, können die Blechläden an jeder Straße entdeckt werden. Von Eiern über Spielkonsolen bis hin zu Handys, Ersatzteilen und Badutensilien kann alles aus dem Schacht gezogen werden. In Kürze soll der Funktionsumfang der Automaten um eine sinnvolle Option erweitert werden. So werden einige Automaten zu Ladestation für Elektroautos aufgerüstet.
Ein Konsortium um das Unternehmen Forking Co., einem der führenden Automatenbetreiber Japans, und Panasonic Electric arbeitet aktuell an Ladestationen, die sich einfach in die zahlreich vorhandenen Automaten integrieren lassen können. Forking verfügt in Japan über ein großes Netz bestehend aus 1,2 Millionen Automaten, was etwa der Hälfte aller Geräte des Landes entspricht. Bis Ende März 2011 sollen 10.000 davon mit einer Ladestationen für Elektroautos ausgerüstet werden.
Die Ladestationen sollen “in bestehende Getränkeautomaten oder in Form von neuen Automaten installiert werden. Es gibt diverse Optionen”, so eine Sprecherin des Unternehmens. Einige der Automaten sind den Angaben zufolge bereits mit einer Netzanbindung ausgestattet, wodurch die Abrechnung des getankten Stroms ohne großen Aufwand möglich wäre. Die Anbindung der Automaten ohne Internetverbindung soll die SoftBank Telecom und SoftBank Mobile übernehmen. Die Entscheidung, die bestehenden Automaten mit einer Funktionalität als Ladestationen für Elektroautos aufzurüsten, würde die Zahl der verfügbaren Ladestationen ohne große Kosten um ein Vielfaches erhöhen.
Der Mangel an Lademöglichkeiten gilt neben den hohen Preisen und der noch geringen Reichweiten der Elektroautos als einer der Hauptgründe dafür, warum sich Verbraucher noch gegen die Anschaffung eines Stromers entscheiden. Mit einer flächendeckenden Verfügbarkeit an Ladestationen würden in Japan zumindest zwei Gründe wegfallen.





